„Wird nicht verschwinden“
Depot-Betreiberin gibt auf – doch die Marke soll weiterleben
Aktualisiert am 27.08.2026 – 10:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Ende September stellt die insolvente Betreibergesellschaft der Dekokette Depot ihren Betrieb ein, rund 730 Beschäftigte verlieren ihren Job. Inhaber Christian Gries will Depot dennoch retten – in kleinerer Form.
Für die Dekokette Depot ist es der bislang tiefste Einschnitt: Die Betreibergesellschaft GDC Deutschland GmbH stellt ihren Geschäftsbetrieb zum 30. September vollständig ein. Sämtliche Arbeitsverhältnisse und Mietverträge werden zu diesem Stichtag gekündigt, rund 730 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Das teilte Inhaber Christian Gries mit, die Belegschaft war bereits am Mittwoch informiert worden.
Anders als bei den bisherigen Sanierungsschritten geht es diesmal nicht mehr nur um einzelne unrentable Standorte – die gesamte Betreibergesellschaft wird abgewickelt. Als Grund nennt Gries die eingetretene Masseunzulänglichkeit: Das Vermögen des Unternehmens reicht nicht mehr aus, um alle offenen Verbindlichkeiten zu decken. In einem solchen Fall bleibt in der Regel nur die geordnete Einstellung des Betriebs.
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Die Marke Depot soll bleiben
Für Depot muss das laut Gries aber nicht das endgültige Aus bedeuten. Er will die in seinem Eigentum stehende Marke in eine neue Gesellschaft überführen und mit einer deutlich kleineren Mannschaft weitermachen. „Wir werden mit den Vermietern in Dialog gehen, um neue Mietverträge abzuschließen. Depot wird nicht verschwinden“, sagte er.
Nicht alle der rund 50 zuletzt verbliebenen Filialen sollen demnach bis Ende September schließen. Wie viele Standorte erhalten bleiben und bis wann darüber entschieden wird, ließ er offen. Parallel verhandelt Gries über die Fortführung kleinerer Depot-Shops, die in Märkte von Händlern wie Rewe und Edeka integriert sind. Beide Unternehmen äußerten sich auf Nachfrage zunächst nicht.
Zweite Insolvenz binnen kurzer Zeit
Das im unterfränkischen Großostheim ansässige Unternehmen hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt – bereits das zweite nach 2024. Als Ursachen nennt Gries Zölle, die wachsende Konkurrenz durch Online-Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Ende Juni kündigte Depot die Schließung von zunächst 66 der damals rund 150 Filialen an, bis Anfang August folgten etwa 30 weitere. Zum 30. September verlieren nun rund 730 Beschäftigte ihre Stelle – zu Ende Juli waren es bereits 350.
In Spitzenzeiten betrieb Depot rund 400 Geschäfte. Schon während und nach der Corona-Pandemie geriet die Kette in Schwierigkeiten. Sie steht damit nicht allein: Der deutsche Einzelhandel leidet unter schwacher Konsumstimmung und wachsendem Onlinehandel. Zuletzt meldeten auch die Non-Food-Discounter Kodi und Mäc Geiz sowie die Baumarktkette Hellweg Insolvenz an.
