Attacken auf Umspannwerke
Bekennerschreiben enthält Adresse des Absenders
Aktualisiert am 04.09.2026 – 13:08 UhrLesedauer: 3 Min.

Zu den Angriffen auf Umspannwerke ist ein merkwürdiges Schreiben aufgetaucht. Es ist handschriftlich verfasst, enthält detaillierte Beschreibungen – und eine Adresse.
Drei Tage nach dem Beginn der Attackenserie auf Umspannwerke in Deutschland prüft die Polizei laut eigenen Angaben „mit Hochdruck“ ein Bekennerschreiben. Das Schreiben nehme Bezug auf den Angriff auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde.
Als Verfasser wird den Beamten zufolge ein Mann aus Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis genannt. Nach ihm werde intensiv gefahndet. „Ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Tatverdächtigen handelt oder um einen Trittbrettfahrer, muss erst mal geprüft werden“, betonte jedoch ein Polizeisprecher. Nähere Details zum Bekennerbrief wollte die Polizei t-online auf Anfrage nicht nennen.
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Zuvor hatte die „taz“ am Donnerstagabend berichtet, sie habe ein Bekennerschreiben zu dem Vorfall in Brandenburg erhalten. Laut Poststempel sei es in Nordrhein-Westfalen abgeschickt worden. Nach Angaben der Zeitung stellt sich der Absender als Einzeltäter dar. Er habe die Taten alleine vorbereitet, „ohne jemals jemandem davon erzählt zu haben“. Die „linke Szene“ sei nicht involviert: „Die ham da nix mit zu tun“, heißt es laut „taz“ im Brief.
Weitere Taten angekündigt: „Wenn Recht und Ordnung herrschten“
Der Text ist der „taz“ zufolge handschriftlich verfasst und enthält eine Absenderadresse – was sehr ungewöhnlich für Bekennerschreiben ist. An der Adresse habe die „taz“ bisher nur ein anderes Familienmitglied angetroffen, berichtete die Zeitung weiter. Dieses habe die Handschrift erkannt und gesagt, es habe keine Kenntnis vom aktuellen Aufenthaltsort des Verfassers.

Als Motiv für die Taten nennt der Schreiber das „unermessliche Leid“, das die Nutzung fossiler Brennstoffe verursache. „Weil die Medien einen Scheiß tun, die Dringlichkeit der Situation zu vermitteln, und der Staat da nicht eingreift, um dieses Leid abzuwenden, muss ich das jetzt machen“, zitierte die „taz“ aus der Selbstbezichtigung. Auch wenn die deutsche Rüstungsindustrie durch die Stromausfälle in Mitleidenschaft gezogen werde, sei er nicht traurig, schrieb der Verfasser, insbesondere solange Deutschland „den Völkermord in Palästina unterstützt“.
Außerdem kündigte der Schreiber laut „taz“ weitere Angriffe an: „Wenn hier Recht und Ordnung herrschten, dann müsste ich das Gesetz nicht brechen und einen Haufen Leid in Kauf nehmen, das ich wegen dem Stromausfall und allen Stromausfällen, die da noch kommen müssen, zu verantworten habe.“











