Wurde er angeleitet?
Behörden suchen mögliche Komplizen des CSD-Attentäters
03.08.2026 – 19:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein zweites Mobiltelefon des CSD-Attentäters Abdul Ballout könnte Ermittlern Hinweise liefern. Das BKA prüft, ob Ballout bei dem Anschlag Unterstützung hatte.
Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin rückt ein weiteres Mobiltelefon des Attentäters Abdul Ballout in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach Informationen der „Welt“ wertet das Bundeskriminalamt (BKA) ein zweites Handy aus, das im Tatfahrzeug sichergestellt wurde. Es handelt sich nicht um jenes Telefon, das das Berliner Landeskriminalamt (LKA) seit Ballouts Haftentlassung im Mai überwachte. In Ermittlerkreisen gilt das Gerät als möglicher „Missing Link“ – als entscheidender Hinweis, der bislang übersehen wurde.
Die Auswertung des Handys könnte Hinweise liefern, ob Ballout während der Vorbereitung oder Durchführung des Anschlags mit weiteren Personen in Kontakt stand und möglicherweise angeleitet wurde. Auf einem seiner Telefone fanden Ermittler bereits ein Bekennervideo mit Bezug zur Terrororganisation „Islamischer Staat“, offenbar am Tattag aufgenommen. Veröffentlicht wurde das Video bislang nicht.
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Ballout war den Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt. Die Berliner Polizei stufte ihn als islamistischen Gefährder ein, zuletzt als Hochrisikoperson. Nach seiner Haftentlassung im Mai wurde er von einem Mobilen Einsatzkommando observiert, gegenüber seiner Wohnung war eine Kamera installiert, sein Telefon wurde abgehört.

Anschlag auf Berliner CSD: Machete weiterhin nicht aufgefunden
Dennoch konnte er am 25. Juli mit einem Kleinbus am Rand des CSD in eine Menschenmenge fahren und Besucher mit einer Machete angreifen. Er tötete eine Frau, 31 Menschen wurden schwer verletzt. Rund 20 Stunden später erschoss ein Spezialeinsatzkommando den Mann in einer Kleingartenanlage im Stadtteil Spandau.
Auch ein möglicher zweiter Täter ist weiterhin Thema. Die Machete, mit der Ballout auf die Besucher losgegangen sein soll, wurde trotz mehrfacher Suche im Tiergarten bislang nicht gefunden. Das Messer, das er beim Polizeizugriff bei sich trug, passt nach „Welt“-Informationen nicht zu allen Verletzungsbildern. Zeugen berichten zudem von einem weiteren Angreifer. Ein zunächst festgenommener Iraner wurde mangels Beweisen wieder freigelassen.
Mit den offenen Fragen beschäftigt sich am Dienstag der Innenausschuss des Bundestags in einer Sondersitzung. Geladen sind die Spitzen von Bundeskriminalamt, Bundespolizei und Verfassungsschutz sowie der Generalbundesanwalt. Die Linken-Politikerin Clara Bünger moniert, noch immer sei unklar, ob alle Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden vorlagen und warum die hohe Risikobewertung Ballouts keine Konsequenzen hatte.












