Gestörte Verdauung
Durchfall nach dem Essen – ist es die Bauchspeicheldrüse?
Aktualisiert am 07.09.2026 – 09:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Es gibt viele Gründe für Durchfall nach dem Essen. Auch die Bauchspeicheldrüse kann schuld sein. Lesen Sie hier, wie es dazu kommt und was dann zu tun ist.
Die meisten Menschen haben bei Verdauungsbeschwerden wie Durchfall nach dem Essen wohl nicht gleich den Verdacht, dass die Bauchspeicheldrüse dahinterstecken könnte. Schließlich kommen für die Beschwerden noch zahlreiche andere Ursachen infrage, zum Beispiel:
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten (wie die Laktoseintoleranz oder die Fruktosemalabsorption),
- Nahrungsmittelallergien (etwa gegen Erdnüsse, Kuhmilch, Weizen oder Schalentiere),
- Darminfekte (wie die Salmonelleninfektion oder die Campylobacter-Enteritis),
- das Reizdarmsyndrom und
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa).
Doch spätestens dann, wenn die üblichen Ursachen ausgeschlossen wurden, ist bei wiederholtem Durchfall nach dem Essen auch die Bauchspeicheldrüse als möglicher Auslöser in Betracht zu ziehen. Denn das Organ erfüllt bei der Verdauung eine wichtige Funktion. Ist diese gestört, sind Verdauungsprobleme die Folge.
Verdauungsorgan: Darum kann die Bauchspeicheldrüse Durchfall verursachen
Die etwa zwölf bis fünfzehn Zentimeter lange Bauchspeicheldrüse (Fachbegriff: Pankreas) liegt quer im Oberbauch hinter dem Magen. Das Organ besteht hauptsächlich (zu circa 98 Prozent) aus Drüsengewebe, das ein für die Verdauung nötiges Sekret bildet: den Bauchspeichel beziehungsweise Pankreassaft. Über den Pankreasgang fließt der Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm.
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Mit der Bildung von Verdauungssaft erfüllt die Bauchspeicheldrüse ihre exokrine Funktion. Ihr Gewebe hat aber auch eine endokrine Funktion: Ein kleiner Teil davon besteht aus Drüsen, die verschiedene Hormone (unter anderem Insulin) bilden und ins Blut abgeben. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Im Dünndarm angekommen, hilft der Bauchspeichel, die aufgenommene Nahrung zu verdauen. Dazu enthält er spezielle Eiweiße: sogenannte Verdauungsenzyme. Die Enzyme spalten fett-, eiweiß- und kohlenhydrathaltige Nahrung in kleinere Bestandteile auf, damit diese vom Darm ins Blut übergehen und sich im Körper verteilen können. Darmbeschwerden wie Durchfall können also darauf hinweisen, dass die Bauchspeicheldrüse nicht genug Verdauungssaft bildet und Nahrung daher unverdaut bleibt.
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Der Fachbegriff für eine solche Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse lautet exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI).
Mehr als Durchfall: So zeigt sich eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse
Ein Mangel an Bauchspeichel führt zu einer unzureichenden Aufspaltung der Nahrung in ihre aufnehmbaren Bestandteile. Die unverdaute Nahrung verursacht oft Darmbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall. Die Bauchspeicheldrüse selbst kann sich nach dem Essen durch Schmerzen bemerkbar machen. Diese können im Oberbauch oder im ganzen Bauch zu spüren sein und strahlen oft in den Rücken aus.
Gut zu wissen
Typischerweise verursacht eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse massigen Durchfall, der hell (oft gelblich-orange) aussieht und sehr unangenehm riecht.











