Bandstahlhersteller aus Bayern
Traditionsunternehmen aus Augsburg meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 08.05.2026 – 10:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Beim Bandstahlhersteller Eberle läuft der Betrieb vorerst weiter. Für die rund 250 Beschäftigten sind die Löhne und Gehälter zunächst gesichert.
Der Augsburger Bandstahlhersteller J.N. Eberle & Cie. GmbH hat Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Augsburg ordnete am Mittwoch die vorläufige Insolvenzverwaltung an, wie die Kanzlei Pluta mitteilte. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Augsburger Rechtsanwalt Georg Jakob Stemshorn bestellt.
Die Produktion soll zunächst weiterlaufen. Nach Angaben von Pluta werden Aufträge weiter bearbeitet, Kundenkontakte bleiben erreichbar. Die rund 250 Mitarbeiter sollen im Unternehmen bleiben. Ihre Löhne und Gehälter sind demnach über das Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert; die Vorfinanzierung wird vorbereitet.
Stemshorn prüft nun mit seinem Team die wirtschaftliche Lage des Betriebs. „Der Fokus liegt aktuell auf der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und einer genauen Analyse der Rahmenbedingungen“, erklärte der Sanierungsexperte. Danach solle über die nächsten Schritte im Verfahren entschieden werden.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit Liquiditätsproblemen. Als Belastungen nennt Pluta hohe Energiepreise, geopolitische Konflikte, Unsicherheit auf internationalen Märkten und eine schwächere Nachfrage. Auch wirtschaftliche Probleme von Kunden hätten sich auf die Auftragslage ausgewirkt.
Eberle stand bereits vor dem Insolvenzantrag unter Druck. Laut „Augsburger Allgemeine“ war im Konzernbericht der Muttergesellschaft Greiffenberger AG für 2024 ein Verlust von 7,1 Millionen Euro ausgewiesen worden. Die Zeitung berichtete zudem über steigende Schulden und Unsicherheiten bei der weiteren Finanzierung. „B4B Schwaben“ zufolge hatte Eberle Ende 2024 angekündigt, in Augsburg bis zu 90 Stellen abzubauen.
Geschäftsführer Gernot Egretzberger verwies in der Mitteilung auf die Stärken des Betriebs. Eberle habe „eine hohe technologische Kompetenz, langjährige Kundenbeziehungen und eine klare Qualitätspositionierung im Markt“, erklärte er. Die Gespräche mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter verliefen konstruktiv. Man prüfe gemeinsam, wie der Geschäftsbetrieb und die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern fortgeführt werden könnten.
Auch die börsennotierte Muttergesellschaft Greiffenberger AG hat einen Insolvenzantrag gestellt. Sie ist nach Angaben von Pluta eine Holding ohne operativen Geschäftsbetrieb. Neben Eberle gehören Auslandsgesellschaften in Frankreich, Italien, Polen, den USA und Südkorea zum Konzern.
Eberle wurde 1836 gegründet und gehört damit zu den alten Industriebetrieben in Augsburg. Das Unternehmen produziert unter anderem Präzisionsbandstahl, Bimetall und Bandsägen. In den kommenden Wochen soll ein strukturierter Prozess zur Kapitalbeschaffung anlaufen. Wie es mit dem Betrieb weitergeht, hängt von den Prüfungen des Insolvenzverwalters und den Gesprächen mit möglichen Geldgebern ab.










