CSD Berlin nach Anschlag abgebrochen
„Hier stehen alle unter Schock“
26.07.2026 – 03:54 UhrLesedauer: 5 Min.
Beim Berliner CSD fährt ein Auto in eine Menschenmenge. Eine Frau stirbt, 16 Menschen werden verletzt – der Fahrer ist auf der Flucht.
Der Berliner CSD, den Hunderttausende ausgelassen gefeiert hatten, hat am späten Samstagabend in einer Katastrophe geendet. Nahe dem Potsdamer Platz lenkte ein Fahrer sein Fahrzeug in die Menge – eine Frau kam ums Leben, 16 weitere Menschen wurden verletzt. Der Mann floh, die Veranstaltung wurde abgebrochen. In der Nacht folgte ein Spezialeinsatz in Schöneberg.
Kurz vor 22 Uhr erfasste der Wagen im Tiergarten auf Höhe des Ahornsteigs mehrere Menschen, ehe er an einem Baum zum Stehen kam. Der Fahrer stieg aus und verschwand. Die Polizei spricht von einem weißen Minibus oder Minivan; welches Modell es genau war, ließ sich zunächst nicht sagen, weil der Wagen zu stark demoliert war. Ob nur eine oder mehrere Personen an der Tat beteiligt waren, ist nach Angaben der Beamten bislang widersprüchlich geschildert worden.
Auto fährt bei Berliner CSD in Menge: Eine Tote und 16 Verletzte
Bei der Getöteten handelt es sich den Angaben zufolge um eine Frau, deren Alter offenblieb; Wiederbelebungsversuche scheiterten. Feuerwehrsprecher Dominik Pretz zählte unter den 16 Verletzten drei in Lebensgefahr und acht Schwerverletzte, dazu fünf Menschen mit leichteren Blessuren. Wer schwer getroffen war, kam in Kliniken. Weitere rund 30 Betroffene, die das Erlebte mitgenommen hatte, nahmen die Einsatzkräfte in Obhut; eine psychologische Notfallversorgung war eingerichtet. Rund 150 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Im Verlauf der Nacht bezifferte Polizeisprecher Florian Nath die Gesamtzahl der Betroffenen auf 17 – die verstorbene Frau eingerechnet.
Einen Tatverdächtigen hat die Polizei nach eigenen Angaben inzwischen ausgemacht. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Nath; mehr könne er wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht sagen. Man habe es mit einer „schweren Straftat“ zu tun, betonte er und mahnte zugleich, in sozialen Netzwerken nicht zu spekulieren. Die Stimmung fasste er so zusammen: „Hier stehen alle unter Schock.“
Medien berichten von Attacken mit Messer oder Machete
Parallel liefen den Angaben zufolge mehrere Einsätze im Stadtgebiet, darunter die Durchsuchung einer Wohnung in Schöneberg. Festgenommen wurde dabei niemand – die Beamten trafen dort niemanden an, wie Nath der Nachrichtenagentur dpa schilderte. Einem Bericht der „Welt“ zufolge griffen Spezialkräfte (SEK) gegen 1.10 Uhr zu: In dem Mietshaus, das die Beamten zuvor betreten hatten, sei ein heftiger, explosionsartiger Knall zu hören gewesen. Rund eine Viertelstunde später, gegen 1.25 Uhr, zog sich die Polizei den Angaben nach wieder zurück.











