Zwischen Berlin – Frankfurt
Erneute Verzögerung der Bauarbeiten am Bahnhof Fangschleuse
22.08.2026 – 07:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Der neue Bahnhof Fangschleuse sollte den Zugverkehr auf einer der meistgenutzten Pendlerstrecken Brandenburgs verbessern. Nun verzögern sich die Arbeiten erneut – mit Folgen für Tausende Fahrgäste.
Die Bauarbeiten am neuen Bahnhof Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk in Brandenburg haben sich um voraussichtlich zwei Wochen verlängert. Das hat Folgen für den RE1: Die geplante Ausweitung des Zugangebots zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) ab Dienstag, 25. August, fällt aus. Das teilte die Deutsche Bahn laut DPA mit.
Eigentlich sollte das zweite Bahngleis an der Station Fangschleuse zu Beginn der Woche fertiggestellt sein. Weil das nicht gelang, verkehren die RE1-Züge der Betreibergesellschaft ODEG dort weiterhin ausschließlich über Bahnsteig 4. Für die Bauarbeiten ist die Bahn-Tochter DB InfraGo zuständig.
„Der Fahrplan wird nicht so stabil sein“
ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke sagte der Deutschen Presse-Agentur, es könne wegen des fehlenden zweiten Gleises zu Verspätungen kommen: „Der Fahrplan wird nicht so stabil sein.“ Ein Halbstunden-Takt zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) solle aber angeboten werden.
Zusätzlich fallen im Berufsverkehr die sogenannten Verstärkerzüge weg. Das sind besonders lange Züge, die bei hohem Fahrgastaufkommen eingesetzt werden. Laut Gehrke fehlen jeweils vier Züge am Morgen und vier am Nachmittag in jede Richtung.
Eine Verbesserung gibt es dennoch: Ab Dienstag, dem 26. August, können Reisende wieder direkt zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) fahren. Der bislang nötige Umstieg in Erkner von der S-Bahn auf den Regionalexpress entfällt. Auch die Eurocity-Züge zwischen Berlin, Frankfurt (Oder) und Polen sowie der Güterverkehr fahren laut Bahn wieder planmäßig.
„Klare politische Steuerung statt Konzernlogik“
Der neue Bahnhof Fangschleuse hatte bereits bei seiner Eröffnung am vergangenen Wochenende für Unmut gesorgt: Statt wie angekündigt am frühen Morgen öffnete er erst am Abend.
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) übte scharfe Kritik an DB InfraGo: „Ich erwarte, dass die DB InfraGO ihren Betrieb endlich in den Griff bekommt, statt fortlaufend neue, kurzfristige Einschränkungen zu verkünden, die Fahrgäste und Verkehrsunternehmen ausbaden müssen.“ Solche Fälle zeigten für ihn, warum er eine Verstaatlichung der Bahninfrastruktur befürworte: „Ein bundeseigener Konzern, der nicht einmal seine eigenen Baustellen verlässlich organisieren kann, braucht klare politische Steuerung statt Konzernlogik.“











