06.05.2026 – 17:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Er war das schnellste Auto seiner Zeit. Doch jahrzehntelang blieb dieser Silberpfeil nur ein Mythos auf vergilbten Fotos. Jetzt hat Audi das Unmögliche gewagt und die Legende in dreijähriger Handarbeit wiederbelebt.
Neun Jahrzehnte lang war er verschwunden, jetzt zeigt er wieder, was er einst konnte: Audi hat den Auto Union Lucca aus dem Jahr 1935 rekonstruiert. Der Wagen mit dem markanten Langheck war das schnellste Auto seiner Zeit.
Am 15. Februar 1935 jagte Hans Stuck den Silberpfeil über eine Betonpiste bei Lucca in der Toskana. Die Uhren maßen ein Tempo von genau 320,267 km/h – ein neuer Weltrekord. Es war die Geburtsstunde einer Legende, geformt aus dem Geist des Wettlaufs zwischen Audi und Mercedes.
Diesen Vorsprung verdankte der Wagen nicht allein seinem Motor, sondern auch der Physik. Als einer der ersten Rennwagen weltweit erhielt er seine Form in einem Windkanal in Berlin-Adlershof. Das Ergebnis war eine glatte Außenhaut mit geschlossenem Cockpit und einem Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) von 0,43. Damals war das die Spitze des Machbaren. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Auto der 1930er-Jahre hatte oft einen cW-Wert von 0,6 bis 0,8.
Weil kein einziges Original die Zeit überdauerte, ließen die Ingolstädter den Wagen in England nachbauen. Drei Jahre lang bogen Spezialisten Bleche und studierten alte Fotos, bis die Kopie dem Original glich.
Damit der Nachbau heute mehr als nur ein Standmodell ist, wich Audi unter dem Blech dezent vom Original ab. Im Heck arbeitet ein 16-Zylinder-Motor aus dem späteren Typ C. Er leistet mehr und hält länger durch als das Aggregat von 1935, auch die Kühlung wurde verstärkt, damit der Wagen bei Schaufahrten nicht überhitzt.
Anfang Mai zeigt Audi den Wagen erstmals in Italien. Im Juli folgt der erste echte Einsatz: Beim „Festival of Speed“ in Goodwood muss der neue alte Silberpfeil beweisen, dass er noch immer so schnell ist, wie er aussieht.











