Statt Gang zum Arzt
Apotheken bieten neuen Service an
13.05.2026 – 07:27 UhrLesedauer: 1 Min.
Vor allem in ländlichen Regionen kann der Weg zur nächsten Arztpraxis weit sein. Ein neues Angebot der Apotheken soll diesen für Patienten verkürzen.
Voraussichtlich ab dem 1. Juli 2026 können Patienten in Deutschland erstmals assistierte Telemedizin direkt in Apotheken nutzen. Darauf weist der Deutsche Apothekerverband (DAV) hin. Grundlage ist ein abgeschlossenes Schiedsverfahren zwischen den Apotheken und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, in dem die Vergütung für die neue Leistung festgelegt wurde.
Das neue Angebot könnte vor allem in ländlichen Regionen interessant werden. „Assistierte Telemedizin in Apotheken kann vielen Menschen helfen, sich weite Wege zur Arztpraxis zu sparen“, sagte Tatjana Zambo, Verhandlungsführerin des DAV.
Ein denkbarer Anwendungsfall wäre das strukturierte medizinische Ersteinschätzungsverfahren zur Vorbereitung einer Videosprechstunde. Dabei werden Symptome, Vorerkrankungen und Risikofaktoren abgefragt, sodass der Arzt für die Videosprechstunde bereits strukturierte Informationen erhält. Apotheken können den Patienten zudem anbieten, dass diese die Videosprechstunden in ihren Räumlichkeiten wahrnehmen.
Gesundheitswesen soll digitaler werden
Die DAV sieht in dem Angebot einen weiteren Schritt zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Das ist ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung für die Bevölkerung konkret erlebbar wird“, sagte DAV-Vorstandsmitglied Jan-Niklas Francke.
Erhalten Sie Antworten aus Tausenden t-online-Artikeln.
Der Anspruch gesetzlich Versicherter auf assistierte Telemedizin in Apotheken war von der Ampelkoalition 2024 mit dem „Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens“ beschlossen worden.
Noch muss das Gesundheitsministerium der Vereinbarung zustimmen. Abschließend ist der Vertrag noch durch die DAV-Mitgliederversammlung zu beschließen.












