Trotz laufendem Verfahren
Drogenhändler kommt überraschend auf freien Fuß
25.09.2026 – 18:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Immobilienmakler muss sich wegen Kokainhandels im großen Stil vor Gericht verantworten. Trotz eines Teilgeständnisses gibt es nun eine überraschende Wende.
Obwohl ihm der Import von zwölf Tonnen Kokain vorgeworfen wird, ist ein 34-jähriger Immobilienmakler aus Ratingen auf freien Fuß gekommen. Das Landgericht Düsseldorf hat den Haftbefehl gegen den Angeklagten außer Vollzug gesetzt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Er muss eine Kaution von 250.000 Euro hinterlegen, seinen Pass abgeben und sich täglich bei der Polizei melden.
Laut Anklage soll der Makler seit 2016 gemeinsam mit vier weiteren Männern zwölf Tonnen Kokain im Wert von 100 Millionen Euro aus Südamerika importiert haben. Außerdem soll er mit Marihuana und Schusswaffen gehandelt haben.
Kryptohandys entschlüsselt
Im Prozess hatte sich abgezeichnet, dass ihm der großangelegte Kokainhandel nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. Die Gespräche auf den Kryptohandys hätten zwar entschlüsselt werden können, ließen sich aber nicht zweifelsfrei einzelnen Personen zuordnen, da die Geräte von mehreren Personen genutzt worden seien.
Einer der Verteidiger erklärte zudem, ein Teil der Gespräche sei auf Serbisch geführt worden. Der Angeklagte spreche kein Serbisch.
Den Handel mit Marihuana im Kilobereich hatte der 34-Jährige gestanden. Bei einer Razzia Ende Februar hatten Spezialkräfte das Haus des Angeklagten in Ratingen durchsucht und ihn festgenommen. Nach den vier mutmaßlichen Komplizen wird weiter gefahndet. Die Ehefrau des Angeklagten hatte im Prozess zugegeben, 12,8 Kilo Marihuana weitergegeben und dafür 45.000 Euro erhalten zu haben.
Der Richter hatte erklärt, der Angeklagte könne mit einer Strafe zwischen knapp vier und knapp fünf Jahren Haft rechnen. Das Urteil soll am kommenden Dienstag verkündet werden.











