Privatleben der Politikerin
Das Rätsel um Sahra Wagenknechts Vater
Aktualisiert am 16.07.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Sahra Wagenknecht feiert am 16. Juli Geburtstag. Geboren wurde die Politikerin 1969 in der DDR. Das ist über ihre Kindheit bekannt.
BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht ist seit vielen Jahren ein Gesicht der politischen Landschaft in Deutschland. Doch was ist eigentlich über die Privatperson Sahra Wagenknecht bekannt?
Sie wurde am 16. Juli 1969 in der DDR geboren und lebte die ersten Jahre in Berlin und in Jena-Göschwitz bei ihren Großeltern. Sie galt als hochbegabt, brachte sich als Kind das Lesen bei, löste später Matheaufgaben, die erst in höheren Klassenstufen behandelt werden, und wollte mit zwölf Jahren Persisch lernen. „Was ihren Intellekt betraf, war meine Tochter nicht satt zu kriegen“, so ihre Mutter 2010 zur „Süddeutschen Zeitung“.
Mit sieben Jahren zog Sahra Wagenknecht mit ihrer Mutter in den Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Zu diesem Zeitpunkt lebten die beiden bereits alleine. Sahra Wagenknechts Vater ist iranischer Abstammung. 1972 lief seine Aufenthaltsgenehmigung ab und er musste zurück in sein Heimatland. Der Kontakt blieb zunächst über Briefe bestehen, dann hörten Mutter und Tochter nie wieder von ihm.

Dass sie nie nach ihrem Vater gesucht hat, erklärte sie später einmal so: „Ich wollte meine Vorstellung behalten von dem Ort, wo er gelebt hat. Ich habe meinen Vater über alles geliebt, und er hat mich abgöttisch geliebt. Wenn er leben würde … er hätte sich gemeldet.“ Sie und ihre Mutter glauben, dass er in einem Folterkeller des Mullah-Regimes gestorben ist.
„Vieles an dem öffentlichen Bild ist verzerrt“
Sahra Wagenknecht wirkt auf viele Menschen unnahbar. Ihr Kollege Michael Leutert erinnert sich an einen gemeinsamen Bootsausflug der Linken-Fraktion, bei dem später auch getanzt wurde. Michael Leutert habe Sahra Wagenknecht zum Tanzen aufgefordert, doch das Gefühl gehabt, „eine Mauer im Arm“ zu haben. „Ich weiß nichts über sie. Vielleicht gibt es sie ja gar nicht, und sie ist nur ein Phantom?“, so der Politiker. Ihre erste Lehrerin erklärte ihrer Mutter einst: „Sahra sitzt immer da wie eine abgeklärte alte Lady und wundert sich, was um sie herum so passiert.“
Dem Magazin „Gala“ sagte Sahra Wagenknecht vor elf Jahren: „Diejenigen, die mich privat kennen, erleben mich schon als einen anderen Menschen.“ In der Politik müsse man so tun, als habe man einen „Panzer“. Sie sei jedoch „sehr emotional“, ein Mensch, „der auch weinen kann, der Glück, Harmonie und Zuspruch braucht“. Sie fand: „Vieles an dem öffentlichen Bild ist verzerrt.“












