Experten mit Appell
„Beispiellose Ausbreitung“: Invasive Mückenart erobert Hessen
06.11.2026 – 08:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Experten sprechen von einer „beispiellosen Ausbreitung“ der Tigermücke. Was lässt sich gegen die Blutsauger tun? Die Bevölkerung kann selbst aktiv werden.
In Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg breitet sich die invasive Tigermücke zunehmend aus. Das teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) mit. Demnach brachte der extrem trockene Sommer den Menschen am Oberrhein eine ungewöhnlich ruhige Saison fast ohne heimische Stechmücken. Die Asiatische Tigermücke habe die Hitze dagegen für eine „beispiellose Ausbreitung“ in der Region genutzt, teilte die Kabs mit.
Eine Kabs-Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Was die Belästigung durch heimische Auwaldstechmücken anbelangt, hatten Menschen der Oberrheinregion ein sehr ruhiges Jahr.“ Die Trockenheit habe zu Rekordwerten bei den Niedrigwasserständen geführt.
Tigermücken: So gefährlich sind sie wirklich
Für die Tigermücke sehe es anders aus, erklärte die Sprecherin. Sie habe von den heißen Sommertemperaturen, dem frühen Beginn der Sommertage und der langen Wärme bis in den späten September profitiert. Die Mücke brüte im Siedlungsraum und finde selbst bei größter Trockenheit kleine Restmengen Wasser. „Unterirdische Wasseransammlungen oder durch künstliche Bewässerung gefüllte Gefäße gaben ihr auch bei wochenlang fehlendem Regen ausreichend Brutmöglichkeiten.“

Tigermückenweibchen könnten bis zu sechs Wochen leben, einzelne Exemplare werde es daher noch bis in den November geben. „Dieses Jahr wird jedoch eine große Menge Eier überwintern“, sagte die Sprecherin. Die tagaktive Tigermücke gilt als potenzieller Krankheitsüberträger und im Stechverhalten als sehr aggressiv. Die Kabs appelliert, Wassergefäße im Außengelände gewissenhaft zu reinigen.
Invasive Art breitet sich weiter rasant aus
Ab August seien die Stechmückenjäger mit Sitz in Speyer von Tigermückenmeldungen regelrecht überschwemmt worden, schilderte die Sprecherin. „Die Tigermücke war dieses Jahr für viele Menschen der Oberrheinregion ein enormes Problem. Die Nachweise, insbesondere in urbanen Ballungsräumen und Großstädten, nahmen massiv zu.“
Aus 62 Kommunen im Südwesten gab es nach Angaben der Sprecherin in diesem Jahr Erstfunde, so viele wie nie zuvor. Der bisherige Rekord habe 2023 bei 58 gelegen, im vergangenen Jahr bei 35 neuen Kommunen. Insgesamt lägen nun aus offiziell 272 Kommunen Nachweise vor. Berechnungen zufolge habe zudem eine sechste Tigermücken-Generation in der zweiten Septemberhälfte ausfliegen können, so früh wie nie zuvor, sagte die Sprecherin.











