Elf Millionen Euro Verlust
Krankenhaus in Stolberg meldet Insolvenz an
Aktualisiert am 04.11.2026 – 15:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Steigende Kosten bringen ein Gesundheitszentrum in NRW in Schwierigkeiten. Was die Insolvenz für die rund 1.200 Beschäftigten bedeutet, ist noch offen.
Das Bethlehem Gesundheitszentrum in Stolberg bei Aachen hat am Dienstagmittag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Nach der Übernahme der Alexianer GmbH im Jahr 2021 schrieb das Krankenhaus immer höhere Verluste. Bis Ende 2024 summierten sich die Schulden auf knapp elf Millionen Euro.
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt die Geschäftsführung gestiegene Kosten für Energie, Medizinprodukte und Personal. Hinzu kämen politische Entscheidungen auf Bundesebene, die das Krankenhaus zusätzlich belasten, heißt es. Allein durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz rechnet das Gesundheitszentrum mit einem weiteren Minus in Millionenhöhe. Mit dem frühzeitig eingeleiteten Sanierungsverfahren soll nun ein Weg gefunden werden, das Krankenhaus wirtschaftlich wieder zukunftsfähig aufzustellen. Auch die Nordseeklinik auf Helgoland kämpft derzeit um ihre Zukunft.
Insolvenz: Unsicherheit für etwa 1.200 Mitarbeitende
Von der aktuellen Situation beim Bethlehem Gesundheitszentrum sind rund 1.200 Beschäftigte betroffen. Wie es für sie weitergeht, ist noch unklar. Geschäftsführer Tobias Holzschneider erklärte, möglichst viele Arbeitsplätze erhalten zu wollen. Zudem werde geprüft, ob betroffene Mitarbeiter in andere Abteilungen oder Krankenhäuser vermittelt werden können. Die Gehälter der Beschäftigten sind zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert.
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Sanierung soll Standort langfristig sichern
Für Patienten soll sich vorerst nichts ändern – der Krankenhausbetrieb läuft nach Angaben der Geschäftsführung uneingeschränkt weiter. Auch die bisherige Geschäftsleitung bleibt im Amt. Ziel des Sanierungsverfahrens ist es, den Krankenhausstandort langfristig zu erhalten.
Dafür sollen die bisherigen Strukturen des Gesundheitszentrums genauer überprüft werden. Insbesondere die medizinischen Leistungsbereiche und der Personalaufwand stehen dabei im Fokus. In welchem Umfang es zu Veränderungen kommen wird und welche Auswirkungen diese auf die Beschäftigten haben könnten, ist derzeit noch offen.
Die Insolvenz betrifft ausschließlich das Bethlehem Gesundheitszentrum in Stolberg. Andere Standorte der Alexianer Gruppe sind nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen. Langfristig soll das medizinische Angebot stärker an die Bedürfnisse der Menschen in der Region angepasst werden. Die Sicherung der wohnortnahen Versorgung sei dabei ein wichtiges Ziel, betont Geschäftsführer Tobias Holzschneider.
Mit sechs Fachkliniken, einer Radiologie sowie der größten Geburtsklinik der Städteregion Aachen ist das Bethlehem Gesundheitszentrum ein wichtiger Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung. Auch eine Kinderklinik ist direkt an das Krankenhaus angeschlossen.












