Höhere Preise für Kunden
Handwerksverband: „Das ist ein Warnsignal“
04.11.2026 – 04:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Konjunktur im Handwerk springt trotz besserer Wachstumsprognosen nicht an. Der Branchenverband richtet klare Forderungen an die Bundesregierung.
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) warnt vor steigenden Preisen für Verbraucher. Steigende Energie-, Material- und Lohnkosten schlagen sich zunehmend in den Angebotspreisen nieder, teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit. Gleichzeitig profitiere das Handwerk kaum von den verbesserten Wachstumsprognosen für die Gesamtwirtschaft.
ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke erklärte, dass steigende Energiepreise sowie höhere Kosten für Metalle, Baustoffe und Elektronikkomponenten den Kostendruck im Handwerk erhöhten. Zusammen mit wachsenden Lohn- und Lohnzusatzkosten schlage sich das zunehmend in den Angebotspreisen nieder. „Die Folgen tragen letztlich auch die Kundinnen und Kunden: Handwerkliche Leistungen werden teurer, notwendige Investitionen schwerer finanzierbar“, sagte Schwannecke.
- Deutscher Wirtschaftsboss: „Wenn wir so weitermachen, sind wir in 15 Jahren weg“
- Metall und Elektro: Verband sieht weitere 300.000 Jobs in Gefahr
Wachstum wohl eher durchs Exportgeschäft
Der aktuelle ZDH-Konjunkturbericht zeigt laut Schwannecke, dass die Betriebe mit weiter und nochmals stärker steigenden Absatzpreisen rechnen. „Das ist ein Warnsignal. Wir müssen die Betriebe bei den Energie- und Arbeitskosten entlasten, damit handwerkliche Leistungen für die Menschen bezahlbar bleiben“, so der Generalsekretär.
Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr nach Jahren wirtschaftlicher Schwäche wieder ein deutlich höheres Wachstum. Dieses wird jedoch maßgeblich durch Milliardenausgaben des Staates über Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung getrieben. Schwannecke betonte, dass die Wachstumsimpulse vor allem aus dem Exportgeschäft kämen, während die Binnennachfrage schwächele und die Mittel aus den Sondervermögen dem Handwerk bisher kaum zusätzliche Aufträge brächten. Hinzu kämen hohe Energie- und Materialkosten sowie Lieferengpässe.
„Von den für die Gesamtwirtschaft prognostizierten 1,3 Prozent Wachstum profitieren die Handwerksbetriebe bislang kaum“, sagte Schwannecke. Laut der Herbst-Konjunkturumfrage des ZDH bewerten die Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als noch vor einem Jahr. Auch die Erwartungen trübten sich ein, die Auftragspolster sänken weiter deutlich.
Schwannecke forderte die Bundesregierung auf, für wettbewerbsfähige Energiepreise zu sorgen, Bürokratie abzubauen, Steuern und Lohnzusatzkosten zu senken sowie mehr Planungssicherheit zu schaffen.











