Short Selling
So funktionieren Leerverkäufe bei fallenden Aktienkursen
Aktualisiert am 05.01.2026Lesedauer: 6 Min.
An der Börse gibt es für jede Marktlage das passende Instrument: So können sogenannte Shortseller auch bei fallenden Kursen satte Rendite einfahren. t-online erklärt, wie diese Leerverkäufe funktionieren.
Die Corona-Krise hat sich mit einem unglaublichen Kursrutsch im Frühjahr 2020 für Jahrzehnte in den Kursen jeder Aktie verewigt. Noch in fünf Jahren wird die steile V-Kurve zu erkennen sein und an die satten Verluste von Kleinanlegern und Großinvestoren erinnern.
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Doch nicht alle haben Verluste gemacht. Während ein Großteil der Kleinanleger versuchte, sein Erspartes inmitten der Pandemie in Sicherheit zu bringen, haben große Hedgefonds über 50 Milliarden Dollar Gewinn eingefahren. Das Profitmittel in der Krise heißt „Short Selling“, auf Deutsch „Leerverkäufe“ genannt.
Was sind Leerverkäufe?
Kurz gesagt spekuliert ein Anleger bei einem Leerverkauf auf fallende Kurse und profitiert, wenn die meisten anderen Anleger Verluste einfahren. In Fachkreisen spricht man davon, dass der Kurs „geshortet“, also gekürzt, wird.

Das funktioniert so: Beim Shorten leiht sich ein Investor Aktien und verkauft diese sofort. Fällt der Kurs anschließend, kann er die Aktie zum Ende der Leihe günstiger am Markt zurückkaufen und so bei der Rückgabe die Differenz von Kauf- und Verkaufspreis als Gewinn einstreichen.
- Beispiel: Ein Anleger spekuliert darauf, dass der Kurs einer Aktie fällt. Er entscheidet sich für einen Leerverkauf. Dafür leiht er sich fünf Aktien und verkauft sie umgehend für einen Kurs von 10 Euro. Tritt seine Erwartung ein und der Kurs fällt, kostet eine Aktie später, wenn sie sie an den ursprünglichen Besitzer zurückgeben muss, zum Beispiel 7 Euro. Der Anleger spart beim Rückkauf also 3 Euro pro Aktie und geht insgesamt mit 15 Euro Gewinn aus dem Geschäft. Umgekehrt heißt das: Steigt der Kurs an, muss der Investor die Aktien zu einem höheren Preis nachkaufen. Dann macht er Verluste.
Kann ich geliehene Aktien weiterverleihen?
Ja, das geht. Dieser Fall kann dazu führen, dass mehr Aktien verliehen werden als eigentlich am Markt existieren – so geschehen im Fall der Gamestop-Aktien-Leerverkäufe.
- Beispiel: Wenn Person B von Person A 90 Aktien leiht und sie sofort an Person C verkauft, besitzen zwischenzeitlich Person A und Person C 90 Aktien. Zwischen diesen drei Personen sind also 180 Aktien im Umlauf, obwohl nur 90 davon tatsächlich aus dem Markt stammen. Bis B also die geschuldeten 90 Aktien zurückkauft, existieren mehr Aktien als vorgesehen auf dem Markt.
Wieso verleihen Anleger ihre Aktien?
Weil Aktienbesitzer mit einer Leihgabe zusätzlich Geld verdienen können. Denn für das Ausleihen der Aktie zahlen die Shortseller Gebühren. Wer also einen Leerverkauf macht, sollte überzeugt sein, dass der Kurs so weit sinkt, dass er mit der Differenz zumindest die Gebühren wieder hereinholt.












