Gleich zwei Stürme ziehen auf
Bombenzyklon – amtliche Warnungen für halb Deutschland
Aktualisiert am 23.10.2026 – 07:59 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Bombenzyklon nimmt Kurs auf Deutschland und kippt die Großwetterlage. Kaum ist dieser Sturm durch Deutschland gefegt, folgt der zweite. Auch in der Nacht der Zeitumstellung wird das Wetter stürmisch.
Gleich zwei atlantische Sturmtiefs treffen in den kommenden Tagen in rascher Folge auf Deutschland. „Goldenes Oktoberwetter ist gestrichen und wir müssen uns auf windiges und nasses Wetter einstellen“, schreibt die Diplom-Meteorologin Renate Molitor in einer Wetterprognose für t-online.
Der erste Sturm erreicht am Freitag Deutschland. Der Vormittag verläuft im Osten Deutschlands noch verhältnismäßig freundlich. Im Westen braut sich hingegen der Sturm bereits zusammen. „Die Regenwolken breiten sich zum Nachmittag weiter in den Osten aus“, prognostiziert die Meteorologin. Im Westen folgen nach dem Durchzug des Sturms kräftige Schauer und einzelne Gewitter.
DWD erlässt erste Sturmwarnungen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt: Verbreitet sind starke bis stürmische Böen der Stärke 7 bis 8 mit 55 bis 75 km/h zu erwarten. Auf den Gipfeln sind teils orkanartige Böen möglich – auf dem Brocken kann der Sturm laut DWD sogar Orkanstärke erreichen. Über der freien Nordsee sind am Abend schwere Sturmböen der Stärke 10 mit bis zu 100 km/h möglich.
Der DWD hat bereits entsprechende Wetterwarnungen erlassen. Die meisten von ihnen gelten von Freitagmittag bis in die Nacht auf Samstag hinein. Am Freitagmorgen gelten in 251 Kreisen und kreisfreien Städten amtliche Warnungen (Stand Freitag, 8.40 Uhr)

Besondere Sturmgefahr – Bombenzyklon trifft Deutschland
„Besonders von Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg herrscht Sturmgefahr“, erklärt die Meteorologin Molitor. Vorsicht also vor herumfliegenden Ästen. Im Straßenverkehr kann es gefährlich werden. „Hier, aber auch im Bahnverkehr, kann es zu Einschränkungen kommen“, warnt die Wetterexpertin.
Der Kerndruck des Tiefs wird dabei so schnell fallen, dass man von einem Bombenzyklon sprechen kann. In der Fachliteratur wird dieses Phänomen als rapide Zyklogenese bezeichnet. Die Definition stammt aus dem Jahr 1980, als die Meteorologen Frederick Sanders und John Gyakum erstmals einen Schwellenwert für solche Systeme festlegten. In ihrer Studie „Synoptic-Dynamic Climatology of the Bomb“ legten sie fest: Als „Bombe“ gilt ein Tief, dessen Luftdruck innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt.
Dieser schnelle Druckabfall entsteht, wenn kalte Luft aus nördlichen Breiten auf warme, feuchte Luftmassen aus dem Süden trifft. Solche Stürme bringen nicht nur starken Regen oder Schnee, sondern oft auch orkanartige Böen und Sturmfluten mit sich.
Sturmtief bringt Regen, Sturmböen und Orkan
Auch in der Nacht zum Samstag bleibt das Wetter in Deutschland stürmisch. An der Nordseeküste und auf den Gipfeln der Mittelgebirge sind Orkanböen möglich. Im Norden regnet es häufig, im Rest des Landes ziehen Schauer durch, dazwischen gibt es aber auch Auflockerungen. Im Osten Sachsens, etwa von der Neiße bis zum Elbsandsteingebirge, kann es vorübergehend sogar länger sonnig sein.
Live-Wetterkarte: So bewegt sich der Sturm durch Deutschland
Wo genau Sie mit Regen und Gewittern rechnen müssen, zeigt unsere Live-Wetterkarte.











