1,5 Millionen Tiere im Jahr
Einst größter Ferkelerzeuger Deutschlands ist insolvent
20.10.2026 – 22:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Niedrige Preise für Schweine und Ferkel machen der Branche zu schaffen. Jetzt hat die LFD Holding Insolvenz angemeldet – bereits das zweite große Unternehmen der Branche in diesem Jahr.
Der einst größte Ferkelerzeuger Deutschlands, die LFD Holding, hat Insolvenz angemeldet. Zu Höchstzeiten produzierte das Unternehmen jährlich rund 1,5 Millionen Ferkel. Das Verfahren läuft in Eigenverwaltung, die Geschäftsführung bleibt vorerst und führt den Betrieb unter Aufsicht eines Sachwalters weiter, wie die „Bauernzeitung“ berichtet. Das Amtsgericht Leipzig eröffnete das Verfahren am 15. Oktober.
Geschäftsführer Ralf-Uwe Stolarski führt das Unternehmen weiter. Die Kontrolle übernimmt nach Angaben der „Bauernzeitung“ Sachwalter Rainer Bähr, ein Leipziger Anwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht. Gläubiger können ihre Forderungen dem Bericht zufolge bis zum 9. November 2026 beim Sachwalter anmelden. Am 17. November soll das Gericht mit den Gläubigern über den weiteren Kurs beraten, darunter die Frage, ob ein Sanierungsplan erarbeitet wird.
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Aus den Unternehmenszahlen ergibt sich laut „Bauernzeitung“ ein Verlust im Geschäftsjahr 2025 von 2,6 Millionen Euro. Zum Jahresende 2025 hätten die Verbindlichkeiten bei knapp 3,9 Millionen Euro gelegen. Das Eigenkapital sei vollständig aufgebraucht gewesen.
Unternehmen zuletzt deutlich geschrumpft
Die Holding wurde 2004 von dem Niederländer Adrianus Straathof gegründet, wie die „Bauernzeitung“ berichtet. Straathof, in der Branche als „Schweinebaron“ bekannt, habe sich 2014 nach einem bundesweiten Verbot aus der Schweinehaltung in Deutschland zurückziehen müssen; dem seien wiederholte Verstöße gegen den Tierschutz vorausgegangen. Im Jahr 2020 habe er das Unternehmen an die Schweizer Terra Grundwerte AG verkauft.
Damals habe die Gruppe elf Standorte mit rund 55.000 Sauenplätzen und zehn Biogasanlagen betrieben. Danach sei das Unternehmen geschrumpft: Die „Bauernzeitung“ verweist auf einen Großbrand in der Anlage Alt Tellin in Vorpommern-Greifswald im März 2021, bei dem rund 50.000 Tiere gestorben seien, sowie auf den Verkauf weiterer Standorte.
Die LFD Holding ist nicht das einzige Unternehmen der Branche mit finanziellen Problemen. So meldete bereits im Juli die Geestferkel GmbH Insolvenz an, ein großer deutscher Ferkelerzeuger mit Standorten in vier Bundesländern.












