Ex-Nationalspieler enttäuscht
„Ich würde nie wieder für Deutschland spielen“
19.10.2026 – 16:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Kerem Demirbay zieht eine bittere Bilanz seiner Zeit beim DFB. Ein Tattoo soll dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Kerem Demirbay hat mit seiner Zeit beim DFB abgerechnet. In einem Interview mit dem türkischen YouTuber Yağız Sabuncuoğlu erklärte der 33-Jährige, er bereue seine Entscheidung für die deutsche Nationalmannschaft – und behauptet, sein Türkei-Tattoo habe sein Karriereende im DFB-Trikot besiegelt.
Demirbay absolvierte insgesamt zwei Länderspiele für Deutschland, beide im Jahr 2017 unter Bundestrainer Joachim Löw. Beim Confederations-Cup-Gruppenspiel gegen Kamerun erzielte er den Führungstreffer zum 1:0 – und zog danach sein Trikot aus. Dabei wurde das Tattoo auf seinem rechten Schulterblatt sichtbar: die Umrisse der Türkei.
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Der in Herten geborene Mittelfeldspieler hatte ursprünglich andere Pläne. Eineinhalb Jahre habe er versucht, für die Türkei spielen zu dürfen – ohne Erfolg. Demirbay im Gespräch mit Sabuncuoğlu: „Und was mich am meisten traurig macht ist, dass ich während meiner gesamten Karriere nur deshalb beim DFB-Team rausgeworfen wurde, weil ich dieses Trikot ausgezogen habe.“
„In Deutschland gibt es ohnehin viel Rassismus gegen uns“
Im Gespräch beschrieb Demirbay die Folgen: „Das hat die Dynamik verändert, auch medial.“ Und weiter: „Danach wurde ich nie wieder einberufen.“

Der ehemalige Bundesliga-Profi sieht das Problem auch in der deutschen Gesellschaft: „In Deutschland gibt es ohnehin viel Rassismus gegen uns. Das ist eine Tatsache.“ Das zeige sich auch in seinem Fall in der Nationalmannschaft: „Einer singt die Nationalhymne nicht, ein anderer macht so etwas mit der Karte […] Sie gingen gegen mich vor. Weil ich Türke bin – das stört sie.“
„Die Nationalmannschaft ist mir egal“
Demirbay behauptet, in seiner stärksten Phase als Profi bewusst übergangen worden zu sein: „Du holst mich in der Zeit, in der ich richtig durchstarte, nicht mehr zur Nationalmannschaft? Ich wurde als der Ausländer betrachtet.“ Deshalb habe er heute mit dem DFB-Team abgeschlossen: „Ich schwöre, wenn sie mich heute anrufen würden, ich würde nicht hingehen. Ich würde nie wieder für Deutschland spielen. Die Nationalmannschaft ist mir egal.“
Zur Frage seiner Identität lässt er keinen Zweifel: „Mein Blut ist türkisch. Mein Vater ist Türke, meine Mutter ist Türkin – ich bin ein Türke.“ Und weiter: „Mein größtes Bedauern wird immer sein, nie das Trikot der türkischen Nationalmannschaft getragen zu haben.“
Nach Jahren als Leistungsträger bei Hoffenheim und Bayer Leverkusen wechselte Demirbay im Sommer 2023 zu Galatasaray Istanbul. Seit Januar 2026 steht er beim Istanbuler Klub Kasımpaşa unter Vertrag, der in der Süper Lig auf dem siebten Tabellenplatz steht.












