Streit um Instagram-Post
AfD-Politiker erstattet Strafanzeige gegen Kurt Krömer
14.10.2026 – 18:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Comedian Kurt Krömer schloss AfD-Wähler öffentlich von seinen Lesungen aus. Nun zieht ein Brandenburger Landtagsabgeordneter rechtliche Konsequenzen.
Am 9. Oktober veröffentlichte Kurt Krömer auf Instagram einen Beitrag, in dem er AfD-Wähler ausdrücklich von seiner geplanten Lese-Tour ausschloss. „Ich wollte mich an dieser Stelle auch nochmal an unsere geistig abgehängten Freunde von der AfD richten“, sagte er darin. „Keine Tickets für AfD-Wähler, ja? Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt – genauso wie ihr. Außerdem habe ich keine Lust, auf der Bühne zu stehen und in irgendwelche Schweinegesichter zu gucken.“
Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch hat daraufhin Strafanzeige gegen den Comedian erstattet, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Der Vorwurf: Volksverhetzung und Beleidigung.
Hohloch, der auch Mitglied des AfD-Bundesvorstands ist, begründete die Anzeige gegen Krömer, der bürgerlich Alexander Bojcan heißt, so: „Wir haben die pauschale Herabwürdigung von Menschen. Wir reden hier nicht nur über AfD-Mitglieder, wir reden über eine viel größere Gruppe und zwar die der AfD-Wähler.“

AfD-Mann startet Petition gegen Kurt Krömer
Parallel zur Strafanzeige startete Hohloch eine Online-Petition unter dem Titel „AfD-Wähler als ‚Schweinegesichter‘ – ZDF muss die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer beenden!“. Der Hintergrund: Beim ZDF ist eine neue Show mit Krömer geplant. „Krömers letzte Stunde“ soll für ZDFneo und das ZDF-Streamingportal produziert werden. Ab dem 26. November 2026 soll die Sendung wöchentlich um 22.15 Uhr bei ZDFneo laufen, vier Folgen sind vorgesehen, in denen Krömer je zwei Gäste zu Talk und Spielen begrüßt.
Das ZDF erklärte dazu: „Der Beitrag Kurt Krömers auf seinem Instagram-Kanal ist eine Äußerung, die in keinem Zusammenhang mit einer Produktion des ZDF steht.“
Kurt Krömer reagiert auf Petition
Krömer selbst meldete sich am Mittwoch auf Instagram zur Petition zu Wort, ohne dabei auf die Strafanzeige einzugehen. Er veröffentlichte ein Foto von Hohloch und schrieb dazu: „Der Mann hinter der ZDF Petition“, versehen mit zwei lachenden Smileys. Darunter wies er darauf hin, dass Hohloch „zu einer Gruppe von Abgeordneten des Landesverbandes“ gehöre, „die der Verfassungsschutz Brandenburg namentlich als gesicherte Rechtsextremisten führt.“
Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Einzelne Landesverbände, darunter Brandenburg, stuft der jeweilige Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch ein – das gilt auch für einzelne Landtagsabgeordnete.
Krömers Lese-Tour zu seinem Buch „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ ist ab September 2027 geplant.











