Dieser Erfolg ist allerdings gleichzeitig ein Problem: Denn im Moment befindet sich Schwesig in den Koalitionsverhandlungen mit Linkspartei und Grünen für die Regierungsbildung im Nordosten. Würde Schwesig in dieser wichtigen Phase direkt nach der Landtagswahl von Mecklenburg-Vorpommern nach Berlin wechseln, käme das vor Ort wohl nicht gut an.
Zudem hatte Schwesig vor der Wahl mehrfach ausgeschlossen, den SPD-Parteivorsitz übernehmen zu wollen. Sie habe sich klar für Mecklenburg-Vorpommern entschieden und wolle die nächsten fünf Jahre Ministerpräsidentin bleiben, hatte sie im Wahlkampf gesagt. Daran wird sie sich nun messen lassen müssen.
Nach Bas‘ Ankündigung meldete sie sich bereits zu Wort, allerdings ohne auf eigene Ambitionen einzugehen. „Mein Mitgefühl gilt Bärbel Bas“, schrieb sie auf X. Zugleich griff sie einmal mehr die CDU an und nannte deren wiederholte Angriffe gegen die Arbeitsministerin „unmenschlich und rücksichtslos“.
Anke Rehlinger
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger gilt schon länger als potenzielle Anwärterin auf den SPD-Vorsitz. Die 50-Jährige hat eine beachtliche Bilanz vorzuweisen: 2022 gewann sie die Landtagswahl im Saarland mit 43,5 Prozent und regiert seitdem mit absoluter Mehrheit im kleinsten deutschen Flächenstaat. Rehlinger, seit Dezember 2019 auch stellvertretende Vorsitzende in der Bundes-SPD, ist zudem in der Partei beliebt. Bei ihrer Wiederwahl als Parteivize auf dem SPD-Bundesparteitag 2023 erhielt sie 95,5 Prozent. Von der gesamten Führungsspitze erhielt nur Hubertus Heil (96,6) mehr Stimmen.
Doch Rehlinger hat bereits in der Vergangenheit mehrfach abgesagt, den Vorsitz der SPD übernehmen zu wollen. Als SPD-Chef Lars Klingbeil nach dem erzwungenen Rücktritt von Saskia Esken im Mai 2025 händeringend nach einer Co-Vorsitzenden suchte, lehnte Rehlinger ab. Ein wichtiger Grund ist ein logistischer: Vom Saarland nach Berlin ist es ein weiter Weg. Rehlinger müsste als Ministerpräsidentin die Geschicke in ihrem Bundesland lenken und zugleich regelmäßig nach Berlin pendeln, sei es für Koalitionsausschüsse oder SPD-Gremiensitzungen.












