Altkanzler in Russland
Schröder zeigt sich in Globus-Markt in Moskau
07.10.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Gerhard Schröder ist in Moskau erstmals öffentlich für seinen neuen Russland-Job aufgetreten. Der Altkanzler steht wegen seiner engen Beziehungen zu Wladimir Putin seit Jahren in der Kritik.
Altkanzler Gerhard Schröder ist für seine neue Tätigkeit bei der russischen Supermarktkette Hyperglobus nach Moskau gereist. Der 82-Jährige begrüßte dort am Mittwoch Mitarbeiter eines Hypermarkts und hielt eine kurze Ansprache, wie das russische Wirtschaftsportal RBC berichtete. Anschließend zog er sich demnach zu einem nichtöffentlichen Gespräch mit Mitarbeitern zurück.
Dabei verwies Schröder auch auf seine eigene Vergangenheit im Einzelhandel. Nach der Schule habe er drei Jahre lang eine kaufmännische Ausbildung absolviert und anschließend in einem Geschäft für Keramik und Glas gearbeitet. Deshalb kenne er die Abläufe in einem Laden und wisse, wie angespannt der Umgang mit ungeduldigen Kunden sein könne, sagte Schröder laut einer Übersetzung seiner Rede.
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Er freue sich, den Markt zu besuchen und die Arbeit der Beschäftigten kennenzulernen. Nach dem Treffen war nach Angaben von RBC noch ein Rundgang durch den Hypermarkt geplant.
Der Auftritt in Moskau ist auch politisch brisant. Schröder steht seit Jahren wegen seiner engen Beziehungen zu Russland und insbesondere zu Präsident Wladimir Putin in der Kritik.

Neuer Posten seit Ende September
Schröder war Ende September in den Aufsichtsrat der russischen Hyperglobus GmbH berufen worden. Das Unternehmen bestätigte die Personalie Anfang Oktober auch gegenüber deutschen Medien. Der frühere Bundeskanzler soll an der allgemeinen Leitung mitwirken und die langfristige strategische Entwicklung des Russlandgeschäfts begleiten.
Das Unternehmen ist seit Anfang 2025 rechtlich und operativ von der deutschen Globus Holding getrennt, betreibt seine Märkte in Russland aber weiterhin unter der Marke Globus. Ende 2025 verfügte Hyperglobus dort über 22 Standorte in acht Regionen.
Kritik an Schröders engen Verbindungen zu Russland und Putin besteht seit Jahren. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gab er 2022 seinen Posten beim russischen Ölkonzern Rosneft auf und verzichtete auf einen Sitz im Aufsichtsrat von Gazprom. An seinen Kontakten nach Russland hielt er jedoch fest.











