„Frankfurt Mord“
Neues ZDF-Ermittlerteam startet mit One-Night-Stand
03.10.2026 – 10:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Braucht es noch einen Samstagskrimi? Das ZDF sagt ja und schickt Frankfurt ins Rennen. Vieles ist in „Frankfurt Mord“ ähnlich – manches aber erfrischend neu.
Eine tote Frau liegt am Flussufer, hinter ihr die Skyline von Frankfurt. Schon in den ersten Sekunden von „Frankfurt Mord“ setzt der Samstagskrimi die Mainmetropole stimmungsvoll in Szene. Das fast farblos graue Intro mit Kameraflug über den Main erinnert derweil an viele deutsche 20.15-Uhr-Krimis. Doch wer den Film in den ersten Sekunden in eine Schublade steckt, urteilt zu früh. „Frankfurt Mord“ ist eine neue ZDF-Reihe, die heute in der ZDF-Mediathek Premiere feiert. Im linearen TV läuft der Film am 10. Oktober um 20.15 Uhr.
Darum gehts in „Frankfurt Mord“: Die Tote am Main ist eine Juristin, deren Ehemann schon auf dem Weg zum Flughafen ist. Fall also geklärt? Zumindest, wenn es nach dem neuen jungen Kollegen im Ermittlerteam geht. Jakob Loose (gespielt von Johannes Hegemann) ist sich sicher: „Der Typ hat versucht, zu fliehen. In 70 Prozent kommt der Täter aus dem familiären Umfeld.“ Seine deutlich ältere und erfahrenere Chefin Sarah Frankfurter (Marie-Lou Sellem) kontert: „Wir haben es hier aber mit echten Menschen zu tun, nicht mit Statistiken.“ Sie wird recht behalten.

Denn schnell wird klar: Es gibt mehrere Verdächtige. Und es wird politisch. Nicole Geissner (Anna Kubin) hatte sich vor ihrem Tod öffentlich für eine Lockerung des Embryonenschutzgesetzes starkgemacht – auch weil sie und ihr Mann selbst Probleme hatten, ein Kind zu bekommen. Wurde ihr das zum Verhängnis?
„Jüdisch-sein als normaler Teil ihres Lebens“
Schon in der ersten Hälfte des Krimis wird deutlich: Die Autorin Elena Lyubarskaya hat keine Angst vor politischen Themen. Dennoch wirkt der Film nicht überladen. Sie schafft es, die Themen in den Alltag ihrer Protagonisten einzuflechten, ohne sie zum Mittelpunkt des Geschehens zu machen.
So wird Frankfurters jüdische Identität immer wieder gezeigt, ohne sie groß zu thematisieren. Etwa, wenn es um ihre Familie geht: Ihre Tochter steckt als Rabbinerin mitten in den Vorbereitungen für Rosch Haschana, das jüdische Neujahrsfest.
„Sarah Frankfurter ist deutsche Jüdin, und das war für mich nie ein Zusatz, sondern ein zentraler Teil ihrer Figur – nicht zuletzt, weil ich selbst jüdisch bin und diese Perspektive aus erster Hand kenne“, sagte Lyubarskaya laut ZDF-Mitteilung. „Mir war wichtig, dass ihr Jüdisch-sein nie als Erklärung für Antisemitismus oder Trauma auftaucht, sondern einfach als normaler Teil ihres Lebens, der neben all den anderen wichtigen Fragen steht, die sie beschäftigen – ihrem Job, ihrer Familie, ihrem Liebesleben.“
Vom One-Night-Stand zu Kollegen – und dann?
Und Frankfurters Liebesleben wird direkt in den ersten Minuten zum Problem. Denn was ein anonymer One-Night-Stand sein sollte, entpuppt sich als Frankfurters neuer Kollege. Sie trifft Jakob Loose wenige Stunden nach ihrer gemeinsamen Nacht am Tatort und gerät erst einmal in Panik. Während Frankfurter so tut, als ob sie Loose nicht kennt, lässt der nicht locker.












