Scheidungsatlas
Gehen in Berlin wirklich so viele Ehen zu Bruch?
11.09.2026 – 12:03 UhrLesedauer: 2 Min.
In Deutschland gehen regelmäßig Ehen auch wieder kaputt. Berlin liegt im bundesweiten Vergleich weit vorn, wie aktuelle Daten zeigen.
Berlin gehört zu den Großstädten mit vergleichsweise vielen Scheidungen. Im vergangenen Jahr kamen in der Hauptstadt auf 100 Eheschließungen 48,5 Scheidungen. Im vergangenen Jahr wurden hier 5.451 Ehen geschieden und 11.235 Ehen geschlossen. Ermittelt hat dies das Portal „erotik.com“ auf Basis der offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.
Berlin liegt in dem Ranking auf Platz 24 von 102 untersuchten kreisfreien Großstädten. In Hamburg gibt es allerdings mehr Scheidungen. Hier liegt die Scheidungsquote bei 50,1 Prozent. München wies eine Quote von 39,7 Prozent und Köln von 31,1 Prozent auf.
An der Spitze des Rankings steht Bremerhaven mit 85,2 Scheidungen je 100 Eheschließungen. Es folgen Leverkusen (79,9 Prozent) und Neumünster (76,2 Prozent). Mehrere Städte aus dem Ruhrgebiet finden sich ebenfalls weit oben: Duisburg kommt auf 68,9 Prozent, Hagen auf 64,6 Prozent.
Berlin liegt über Ost-West-Durchschnitt
Auffällig ist zudem ein Ost-West-Unterschied. Die 18 ostdeutschen Großstädte im Ranking erreichen im Schnitt eine Scheidungsquote von 46,8 Prozent, die 84 westdeutschen 38,5 Prozent. Berlin liegt damit über dem Durchschnitt beider Gruppen.
Eine mögliche Erklärung für regional unterschiedliche Scheidungsquoten ist laut der von „erotik.com“ befragten Psychologin Borbala Rozsnyik die wirtschaftliche Belastung. Finanzielle Unsicherheit und Zukunftssorgen könnten bestehenden Beziehungsproblemen zusätzlichen Druck verleihen. Ein direkter Zusammenhang lasse sich aus den Zahlen allerdings nicht direkt ableiten.
Wie das Portal zudem schrieb, bedeute es nicht unbedingt, dass 48,5 Prozent der Berliner Ehen geschieden werden. Die Quote setze lediglich die 2025 registrierten Scheidungen ins Verhältnis zu den im selben Jahr geschlossenen Ehen.












