Touristen lösen großen Ärger aus
„Was dort passiert ist, ist beispiellos“
Aktualisiert am 03.09.2026 – 10:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Vandalen erregen Unmut in der Sächsischen Schweiz. Der Nationalpark nennt konkrete Fälle – und rechnet mit hohen Kosten.
Im Nationalpark Sächsische Schweiz werden immer wieder Spuren von Vandalismus sichtbar. Besucher ritzen ihre Initialen in Felsen und Bäume, hinterlassen Graffiti oder manipulieren Wegweiser. Die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz rechnet jedes Jahr mit Kosten zwischen 20.000 und 25.000 Euro für die Beseitigung von Graffiti, Farbe und Aufklebern.
„Aktuelle Beschädigungen mussten wir am Cottaer Spitzberg, Obelisk Lilienstein und am Großen Zschirnstein feststellen. Was dort passiert ist, ist beispiellos“, sagte Jens Posthoff von der Stabsstelle der Verwaltung der Deutschen Presse-Agentur. Eine genaue Statistik führe man nicht, weil die Schäden hinsichtlich materieller und ideeller Schwere unterschiedlich zu bewerten seien.
Vandalismus: Graffiti oft nicht großflächig
Posthoff zufolge handelt es sich bei den Beschädigungen an Felsen in erster Linie um Graffiti, in der Summe komme man jedes Jahr auf eine Fläche von etwa 50 Quadratmetern. Die Tatorte lägen in der Regel weit auseinander. Abgesehen von Einzelfällen seien die besprühten Flächen selten größer als 1,5 Quadratmeter.
„Schnitzereien in Bäumen bilden die Ausnahme, an Bäumen haben wir lokale Häufungen von Sprühaktionen mit Schriftzügen oder Zeichen“, sagte Posthoff. In der Hauptsache gehe es um Aufkleber und Botschaften aller Arten, die mit Markern auf den Wegweisern angebracht werden.
„Von den aktuellen Beschädigungen im Sandstein und an Kulturdenkmalen abgesehen, bleibt das Entfernen von Graffiti überschaubar. Voraussetzung ist, dass die Farbpigmente noch nicht allzu lange auf den Flächen verweilen“, betonte Posthoff. Anders sei das bei Textmarkern und Aufklebern, deren Beseitigung koste viel Zeit und Mühe. Nach mehrmaligem Reinigen der Wegweiser mit Lösungsmitteln müssten diese ersetzt werden.
Sächsische Schweiz: Täter benutzen Akku-Werkzeuge
In diesem Sommer hatten Unbekannte mehrere Felsen stark beschädigt. Nach Angaben der Polizei nutzten die Täter mutmaßlich Akku-Werkzeuge, um in den Sandstein und in Denkmäler die Initialen „J+D“ zu ritzen. Diese ergänzten sie mitunter um ein Herzsymbol. Betroffen waren etwa die Schrammsteinaussicht, der Papststein, die Herkulessäulen im Bielatal und das Schrammtor.
Auch im benachbarten Nationalpark Böhmische Schweiz erregte ein Fall Aufsehen. Betroffen war das Wahrzeichen des Parks, das Prebischtor. Weil ein Junge auf einer der Aussichtsplattformen an der Sandsteinbrücke mit einem spitzen Gegenstand in den Felsen ritzte, müssen seine Eltern nun eine Geldstrafe von umgerechnet rund 400 Euro bezahlen. Ein anderer Besucher hatte die Handlung mit seinem Handy gefilmt und die Behörden alarmiert.
„Unser Anspruch ist es, unseren Gästen zur Sicherung des Naturerlebens die Natur optisch möglichst unversehrt und ohne politische Botschaften oder Bekenntnisse zu Fußballvereinen zur Verfügung zu stellen. Die Beseitigung der Schäden wird mit Steuergeldern finanziert. Alle Mittel, die zur Beseitigung von Beschädigungen aufgewendet werden, wird der Instandhaltung von touristischer Infrastruktur wie Steiganlagen oder Wanderwegen entzogen“, stellte Posthoff klar.











