4.700 Menschen betroffen
Weltkriegsbombe in Oranienburg erfolgreich entschärft
Aktualisiert am 03.09.2026 – 01:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Erfolgreiche Entschärfung in Oranienburg: Eine 500-Kilo-Bombe hielt Lehnitz stundenlang in Atem. Was die Aktion immer wieder zum Stopp zwang.
Dreimal mussten die Experten ihre Arbeit unterbrechen, erst am Abend gab es Entwarnung: In Oranienburg-Lehnitz ist am Mittwoch eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft worden.
Die amerikanische Bombe war bei einer systematischen Kampfmittelsuche in rund sechseinhalb Metern Tiefe entdeckt worden – versehen mit einem intakten chemischen Langzeitzünder. Für die Entschärfung wurde ein Sperrkreis von rund 1.000 Metern rund um den Fundort eingerichtet. Knapp 4.700 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Sperrkreis traf Schulen, Kitas und Bahnverkehr
Die Entschärfung verlief alles andere als reibungslos. Dreimal mussten die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ihre Arbeit unterbrechen, weil sich unbefugt Menschen in dem Sperrkreis aufhielten, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung mitteilte. Einsatzkräfte mussten den Bereich jeweils erneut kontrollieren, bevor die Arbeiten fortgesetzt werden konnten. Dadurch dauerte die Entschärfung ungewöhnlich lang.

Betroffen von der Sperrung waren neben Wohnhäusern zahlreiche Einrichtungen: die Grundschule, die Kita und der Hort Lehnitz, die Frieda-Glücksmann-Oberschule, das Friedrich-Wolf-Haus, eine Senioreneinrichtung sowie eine Gemeinschaftsunterkunft. Auch ein Teil des Oder-Havel-Kanals, der S-Bahnhof Lehnitz und die Gleisanlagen bis zum S-Bahnhof Borgsdorf lagen im Sperrkreis.
Der Bahnverkehr war erheblich eingeschränkt: Die S-Bahn fuhr zeitweise nur bis Birkenwerder, auch der Bahnhof Borgsdorf wurde nicht mehr angefahren. Ein Busnotverkehr wurde eingerichtet. Die Regionalzüge waren ebenfalls unterbrochen. Erst am Abend, nach Aufhebung des Sperrkreises, kehrte der Betrieb zur Normalität zurück.
Seltene Dimension
„500 Kilogramm haben wir schon lange nicht mehr gehabt“, sagte die Sprecherin der Stadtverwaltung vor der Entschärfung. „Das ist etwas, was vom Umfang schon besonders ist.“ Zuletzt war in Oranienburg im Jahr 2024 eine Bombe dieser Größe entschärft worden – davor im Jahr 2020. In beiden Fällen wurde der Zünder herausgedreht.
Oranienburg gilt als eine der am stärksten mit Weltkriegsmunition belasteten Städte Deutschlands. Wegen besonderer Bodenverhältnisse explodierte im Zweiten Weltkrieg ein Großteil der abgeworfenen Bomben nicht. Ein Sprecher des Innenministeriums hatte einmal erklärt, bundesweit sei keine Region bekannt, die derartig durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet sei wie Oranienburg.











