Kölner Abschiebe-Affäre
Neue Enthüllungen: Politik fordert Aufklärung im Stadtrat
01.09.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Debatte um die „Liste Coesfeld“ schlägt neue Wellen. Ein Drittel der Betroffenen soll straffällig geworden sein. Die Politik fordert neue Antworten.
Die Affäre um die Kölner Ausländerbehörde geht weiter: Die Fraktionen von Grünen, CDU, SPD, der Linke, Volt und FDP/KSG haben in der am Mittwoch (2. September) anstehenden Ratssitzung eine Aktuelle Stunde zur „Liste Coesfeld“ beantragt. Die Politik fordert angesichts der laufenden Entwicklungen neue Antworten von der Verwaltung, warum die Hilfe bei der Abschiebung 500 ausreisepflichtiger Migranten abgelehnt wurde.
„Über die Aufklärung des konkreten Vorgangs hinaus sollte die Aufarbeitung dazu genutzt werden, Erkenntnisse für ein rechtssicheres und wirksames Verwaltungshandeln zu gewinnen“, heißt es im Antrag. Die Zentrale Ausländerbehörde Coesfeld (ZAB) hatte der Stadt Köln im November 2024 angeboten, bei der Beschaffung von Dokumenten zur Ausreise sowie der Vermittlung von Charterflügen in die Balkanstaaten zu helfen.
„Liste Coesfeld“: 150 Personen sollen straffällig geworden sein
Die Kölner Ausländerbehörde lehnte ab und verwies auf die Möglichkeit, mit den Betroffenen Bleibeperspektiven zu erarbeiten. So sind etwas mehr als 200 der 500 Personen ebenfalls Teil eines Bleiberechtsprogramms, das eine dauerhafte Integration in Deutschland sicherstellen soll.
Zuletzt war nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ allerdings bekannt geworden, dass mindestens 152 der 500 Personen straffällig geworden sein sollen. Sie sollen 568 Straftaten begangenen haben, heißt es aus Sicherheitskreisen. In so einem Fall ist eine Abschiebung rechtlich abgesichert, auch wenn die finale Entscheidung stets bei den Kommunen in Nordrhein-Westfalen liegt.
„Nicht nachvollziehbar“: Land kritisiert Kölner Ausländerbehörde
Stadtdirektorin Dörte Diemert hatte die Kommunikation um die „Liste Coesfeld“ als „unglücklich und missverständlich“ bezeichnet. Das zuständige Landesministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration hält die Vorfälle „in Einzelfällen für nicht nachvollziehbar“. In beiden Fällen wurde eine Aufarbeitung angekündigt.
Trotz der scharfen Kritik am Kölner Vorgehen hält die Politik am Bleiberechtsprogramm fest. Im Kölner Hauptausschuss sprachen sich im vergangenen Monat Grüne, CDU, SPD, Volt und FDP/KSG gemeinsam dafür aus, das entsprechende Programm fortzuführen.












