Gewalt und Machtmissbrauch
Ultrà Sankt Pauli veröffentlicht Übergriffe in den eigenen Reihen
29.08.2026 – 08:21 UhrLesedauer: 1 Min.
St.-Pauli-Fans machen Fälle sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt publik. Die Ultragruppierung zieht Konsequenzen.
Die Gruppe Ultrà Sankt Pauli hat Übergriffe in den eigenen Reihen öffentlich gemacht. Nach Angaben der Fangruppe handelt es sich um „unterschiedlich gelagerte Fälle sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt“ sowie „Machtmissbrauch“. Mehrere Fans des Fußball-Zweitligisten seien lebenslang aus der eigenen Vereinigung ausgeschlossen worden.
Von den Vorgängen habe man während der Sommerpause erfahren. „Obwohl wir diese Personen teils über viele Jahre hinweg gekannt und mit ihnen unzählige gemeinsame Stunden verbracht haben, konnten wir nicht verhindern, dass sie zu Tätern werden“, heißt es in der Erklärung der Fangruppe vom Freitag. Ob weitere Fälle noch laufen, geht aus der Erklärung nicht hervor.
Ultras: Fan-Umfeld „begünstigt übergriffiges Verhalten“
In der Erklärung benennt die Gruppe strukturelle Faktoren, die solche Taten begünstigt haben könnten. Sie schreibt: „Uns ist bewusst, dass wir als Ultràgruppe in einem Umfeld agieren, das strukturell auf der einen Seite übergriffiges Verhalten begünstigt und auf der anderen Seite dessen Aufarbeitung sowie Aufklärung erschwert.“
Konkret nennt die Gruppe „Leistungsgedanke und Loyalität, aber auch Machtunterschiede und ein kritikwürdiges Männlichkeitsverständnis“ als Faktoren, die in dieser Subkultur eine zentrale Rolle spielten – „auch in einer progressiven und linken Ultràgruppe“. Die interne Analyse hätten gezeigt, dass es „strukturelle Defizite und blinde Flecken“ gegeben habe, „wodurch Schaden verursacht und Vertrauen verletzt wurde“.
Die Gruppe kündigt an, mit dem Aufarbeitungsprozess fortzufahren und ihre Awareness-Strukturen neu auszurichten, um Hemmschwellen für Betroffene zu senken und Möglichkeiten für künftige Übergriffe einzuengen.












