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Home » Mord im Siegerland bleibt nach 40 Jahren ungelöst
Panorama

Mord im Siegerland bleibt nach 40 Jahren ungelöst

By zeit-heute.deAugust 29, 20263 Mins Read
Mord im Siegerland bleibt nach 40 Jahren ungelöst
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„YOG’TZE“-Fall im Siegerland

Sechs Buchstaben, eine Vorahnung und dann ist er tot

Aktualisiert am 28.08.2026 – 20:31 UhrLesedauer: 5 Min.

Vergrößern des Bildes

Auf der A45 bei Hagen wurde Günther Stoll schwer verletzt gefunden. Bis heute bleibt der Fall mysteriös. (Quelle: Montage Imago/t-online.de)

Im Herbst 1984 hat ein Lebensmitteltechniker plötzlich Angst, umgebracht zu werden. Wenige Stunden später stirbt er auf brutale Weise. Kurz vorher hinterließ er eine kryptische Botschaft, das Wort: „YOG’TZE“.

Günther Stoll aus dem Dorf Anzhausen im Siegerland benimmt sich merkwürdig an diesem Herbstabend vor 35 Jahren. Der 34-jährige Lebensmitteltechniker und Vater einer Tochter grübelt, denkt viel nach, und sagt zu seiner Frau, er habe „richtig Angst“. Ihn plagen böse, für andere unerklärliche Vorahnungen. „Die wollen mir was antun. Die bringen mich um“, solche Sätze sagt er. Angeblich bedrängen „sie“ ihn, auch nicht zum ersten Mal: Was ist bloß los? Wer will dich umbringen? Klare Antworten bekommt seine Frau auf solche Fragen nicht.

Was kurz darauf passiert, wird die Kriminalpolizei im 100 Kilometer nördlich entfernten Hagen am Rand des Ruhrgebiets über Jahrzehnte beschäftigen. Denn Stoll unterbricht das rätselhafte Gespräch mit seiner Frau und sagt: „Mir geht ein Licht auf.“ Er nimmt sich einen Schmierzettel, notiert sechs Großbuchstaben aufs Papier: „YOG’TZE“. Anschließend streicht er die Notiz wieder durch. Ein Ort? Ein Eigenname? Ein unverständlicher Code? Der True-Crime-Podcast Schauerstoff widmet dem Fall eine ausführliche Folge.

Eine Vorahnung, die sich als richtig erweisen sollte

Unmittelbar darauf, gegen 23 Uhr, verlässt er die gemeinsame Wohnung. Er will in seiner Stammkneipe im benachbarten Wilnsdorf die trüben Gedanken mit einem Bier löschen. „Bleib nicht so lange“, sagt seine Frau. Aber die Angst, die Günther Stoll ergriffen hat, wird nicht verschwinden. Der Familienvater wird an diesem Abend nicht mehr nach Hause zurückkehren. Er hat nur noch wenige Stunden zu leben.

Es gibt lang zurückliegende, ungelöste Kriminalfälle, die selbst routinierte Fahnder nerven, weil die Lösung trotz aller Suche auch nach mehr als drei Jahrzehnten nicht zu finden ist. Der Fall von Günther Stoll ist so einer. Die Beamten möchten heute im Hagener Präsidium nicht mehr gerne über diese Altlast reden. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Aber natürlich ist die Akte Günther Stoll jederzeit präsent – und sie kommt immer wieder auf den Schreibtisch.

Material für einen echten Thriller

Mord verjährt nicht, auch wenn der damalige „Aktenzeichen XY… ungelöst“-Moderator Eduard Zimmermann ein halbes Jahr nach der Tat in einer sehr detailreichen ZDF-Dokumentation festgestellt hat: Alles sei „äußerst undurchsichtig“. Günther Stolls gewaltsamer Tod könnte einer der mysteriösesten Vorgänge der deutschen Kriminalgeschichte der letzten Jahrzehnte sein, die Mitternachtsstunden im Herbst des Jahres 1984 haben das Zeug für einen echten Thriller:

Donnerstag, 25. Oktober, zwischen 23 und 24 Uhr. Günther Stoll, der die gemeinsame Wohnung der Eheleute gegen 23 Uhr verlassen hat, betritt das „Pappillon“ in Wilnsdorf und setzt sich auf einen Hocker an der Theke. Er bestellt das Bier, von dem er sich ein bisschen Vergessen erhofft. Bevor er den ersten Schluck nehmen kann, fällt er unvermittelt nach hinten auf den Boden. Beim Aufprall verletzt er sich das Gesicht. Andere Gäste helfen ihm auf die Beine. Hat er getrunken?, fragen sie. „Nein. Ich war plötzlich weg“, soll er geantwortet haben. Nach einem Schnaps und einem Orangensaft verlässt er die Gaststätte. Er startet seinen blauen VW Golf und verschwindet.

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