Häufig kaum Preisunterschiede
E-Auto-Reparatur: Dieser Schaden kann besonders teuer werden
20.08.2026 – 16:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Bis zu 29.000 Euro kann ein Schaden an der Hochvoltbatterie kosten. Ein Experte erklärt, warum solche Summen entstehen und weshalb E-Autos trotzdem nicht grundsätzlich teurer zu reparieren sind.
Ein harter Kontakt mit einem Gegenstand auf der Fahrbahn kann bei einem Elektroauto teuer werden. Wird dabei die Hochvoltbatterie am Unterboden beschädigt, können im Extremfall Reparaturkosten von bis zu 29.000 Euro entstehen. Das geht aus Untersuchungen des Allianz Zentrums für Technik (AZT) hervor.
Allerdings ist eine solche Rechnung keineswegs zwangsläufig. Je nach Konstruktion und Reparaturmöglichkeit können die Kosten für einen Batterieschaden auch unter 1.000 Euro bleiben. Entscheidend sei unter anderem, ob die Batterie durch eine geeignete Platte geschützt ist und welche Reparaturlösungen der Hersteller vorsieht, erklärt Carsten Reinkemeyer, Leiter Fahrzeugtechnik und Sicherheitsforschung beim AZT, im Gespräch mit „firmenauto.de“.
Schadenbilanzen nähern sich an
Dass Unfallschäden bei Elektroautos grundsätzlich besonders teuer sind, lässt sich daraus ebenfalls nicht ableiten. Zwar lagen die Kosten für Vollkaskoschäden bei reinen Elektroautos laut einer Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus dem Jahr 2025 durchschnittlich bei 15 bis 20 Prozent über denen vergleichbarer Verbrenner. Ein Jahr zuvor betrug der Unterschied allerdings noch 20 bis 25 Prozent. Nach Einschätzung des GDV nähern sich die Schadenbilanzen damit an.
Werkstätten, Abschleppdienste, Feuerwehren und Gutachter hätten inzwischen mehr Erfahrung im Umgang mit beschädigten Elektroautos. Billiger wurden deren Unfallschäden allerdings nicht: Ihre Kosten stiegen lediglich langsamer als bei Verbrennern, daher die Annäherung.
Beim Abschleppen und der anschließenden Verwahrung verunfallter Elektroautos werden laut AZT teilweise Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, die angesichts des tatsächlichen Risikos „maßlos überzogen“ seien. Insbesondere die pauschale Behandlung eines Unfallfahrzeugs als potenzielle Brandgefahr könne aufwendige Spezialtransporte und eine längere Quarantäne nach sich ziehen und dadurch die Kosten erheblich erhöhen.
Warum E-Auto-Reparaturen im Durchschnitt noch teurer sind
Das AZT sieht noch einen anderen Grund für den Kostenunterschied bei den Reparaturen. Elektroautos sind im Fahrzeugbestand im Durchschnitt jünger als Verbrenner. Das beeinflusst nach den Untersuchungen des AZT sowohl die Schadenmeldungen als auch die Höhe der Reparaturkosten und möglichen Totalschäden, da viele Fahrzeuge als Dienstwagen bewegt werden und repariert werden müssen.
Hinzu kommt die Wahl der Werkstatt. Jüngere Fahrzeuge landen häufiger in Markenwerkstätten – auch aufgrund von Hersteller- oder Flottenvorgaben bei Dienstwagen. Diese verlangen nach Angaben Reinkemeyers in den AZT-Untersuchungen knapp 50 Prozent höhere Stundensätze als markenungebundene Betriebe.
Ersatzteilkosten sind ähnlich
Dass Ersatzteile für Elektroautos generell mehr kosten, konnte das AZT dagegen nicht feststellen. Bei vergleichbaren Modellen desselben Herstellers kostet etwa ein Stoßfänger laut Reinkemeyer grundsätzlich ähnlich viel – unabhängig davon, ob das Auto einen Elektro- oder Verbrennungsmotor besitzt.









