Wundheilung
Was bringen silberhaltige Wundauflagen?
Aktualisiert am 01.08.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.
Silberhaltige Wundauflagen enthalten Silber in Form von winzigen Partikeln. Silber wirkt antibakteriell und soll Entzündungen vorbeugen. Stimmt das?
Silberhaltige Wundauflagen werden zur Behandlung infizierter oder infektionsgefährdeter Wunden eingesetzt. Silber hat eine antiseptische Wirkung und kommt in Form von Silberionen oder Silberverbindungen zum Einsatz. Die sterile Wundauflage wird direkt auf die Wunde gelegt. Wer kann von der Silber-Wundversorgung profitieren?
Wie wirkt Silber auf Wunden?
Silber wird in Form von mineralischem Silber, anorganischen Silberkomplexen, Silberionen oder nanokristallinem Silber zur Wundbehandlung eingesetzt. Es ist antimikrobiell und wirkt gegen Bakterien, Pilze und einige Viren. Es zerstört beispielsweise die Zellwände von Bakterien, greift in ihren Stoffwechsel ein und tötet diese dadurch ab.
Dadurch lässt sich Entzündungsprozessen im Wundbereich entgegenwirken. Wundauflagen mit Silber können sowohl bei akuten Verletzungen genutzt werden als auch chronische und schlecht heilende Wunden vor Infektionen schützen.
Wann kommen silberhaltige Wundauflagen zur Anwendung?
Im klinischen Umfeld werden silberhaltige Wundauflagen unter anderem eingesetzt bei:
- chronischen Wunden, beispielsweise beim diabetischen Fußsyndrom, einem Druckgeschwür (Dekubitus) oder einem offenen Bein (Ulcus cruris)
- Verbrennungen
- Wunden mit hohem Infektionsrisiko
- postoperativen Wunden mit Entzündungsanzeichen
Bei größeren Wunden wirkt das eingesetzte Silber nicht nur Mikroorganismen entgegen, sondern fördert zudem ein sauberes Wundmilieu. Es reduziert Geruchs- und Sekretbildung der Wunden. Silberhaltige Auflagen können zudem gegen resistente Bakterien wie MRSA Anwendung finden.
Silberhaltige Wundauflagen für den Privatgebrauch – lohnt sich das?
Auch für den privaten Gebrauch gibt es silberhaltige Wundpflegeprodukte – von Pflastern über Auflagen bis hin zu Verbänden. Diese sind rezeptfrei in Apotheken und online erhältlich. Sie eignen sich vor allem zur Behandlung kleiner Wunden, etwa einer Schnittwunde, einer kleinen Verbrennung oder einer oberflächlichen Schürfwunde. Zwingend notwendig sind sie nicht. Studien zeigen, dass Silber die Heilung bei frischen, unkomplizierten Wunden nicht verbessert.
Für kleine Alltagswunden ist die klassische 3-Schritte-Behandlung in der Regel ausreichend:
- Reinigen
- Desinfizieren
- Schützen
Die kleine Wunde zunächst unter kaltem Wasser vorsichtig reinigen, um Schmutz zu entfernen. Dann die Wunde mit einer Wunddesinfektion behandeln, um Erreger abzutöten. Die ersten beiden Schritte helfen, einer Entzündung der Wunde vorzubeugen. Zum Schluss schützt ein Pflaster die Wunde vor Verschmutzungen, Reibung und Stößen. Bei größeren Verletzungen sollte die Wundversorgung immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Wundsalbe ist optional
Es ist möglich, kleine Wunden nach dem Desinfizieren bei Bedarf dünn mit einer freiverkäuflichen Wundsalbe aus der Apotheke zu versorgen. Dieser Schritt ist optional. Die Salbe hält die Haut feucht und geschmeidig, was die Heilung fördert. Wundsalben enthalten heilungsfördernde Wirkstoffe wie Dexpanthenol, Hyaluron oder Zink sowie antiseptische Wirkstoffe, etwa Silber, Chlorhexidin, Octenidin oder Povidon-Jod.
Wichtig ist, im Rahmen der Wundhygiene den Wundverband beziehungsweise das Pflaster regelmäßig zu wechseln und beim Wechsel die Wunde erneut zu desinfizieren. Eine gute Wundversorgung ist nicht nur das A und O für die Wundheilung – sie senkt zudem das Narbenrisiko.












