Gesundheitsversorgung im Kongo
Wie Sonnenlicht Leben retten kann
Geburten bei Taschenlampenlicht, nicht gekühlte Medikamente und Operationen ohne verlässlichen Strom: Für viele Gesundheitsstationen im ländlichen Kongo gehörte das lange zum Alltag. Solaranlagen sorgen heute dafür, dass medizinische Hilfe auch nachts und in Notfällen möglich bleibt.
Wenn Schwester Patience Katunda zu einer Gesundheitsstation gerufen wird, weiß sie oft noch nicht, was sie erwartet. Fällt eine Solaranlage aus, zählt häufig jede Minute. Medikamente können nicht gekühlt werden, Behandlungen verzögern sich und Geburten finden unter schwierigen Bedingungen statt. Mit ihrer Arbeit sorgt die Technikerin dafür, dass die Solaranlagen in den katholischen Diözesen Boma und Kikwit zuverlässig funktionieren und Krankenhäuser sowie Gesundheitsstationen kontinuierlich mit Strom versorgt werden.
Seit 2020 arbeitet die Ordensschwester für das Gesundheitsbüro der katholischen Diözese Boma (BDOM). Zuvor unterrichtete sie mehrere Jahre technische Fächer an einer katholischen Schule. Heute setzt die 45-Jährige ihr technisches Wissen dort ein, wo es unmittelbar gebraucht wird.
Vor der Installation der Solaranlagen mussten selbst Operationen unter schwierigen Bedingungen im Taschenlampenlicht stattfinden. Heute, dank der Solarenergie, wird alles unter viel besseren Bedingungen erledigt.
Schwester Patience Katunda
In vielen ländlichen Regionen der Demokratischen Republik Kongo fehlt bis heute eine zuverlässige Stromversorgung. Gleichzeitig belasten Krankheiten wie Malaria, Cholera und wiederkehrende Epidemien wie Ebola die Bevölkerung und stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Wo Strom fehlt, stoßen selbst grundlegende medizinische Behandlungen schnell an ihre Grenzen.

Solarstrom verändert den Klinikalltag
Mit dem Ausbau von Solaranlagen hat sich die Situation in vielen Gesundheitseinrichtungen spürbar verbessert. Neun Einrichtungen wurden neu ausgestattet. In der Diözese Boma verfügen inzwischen 28 von 33 Gesundheitsstationen über eine stabile Stromversorgung.
Das verändert den Klinikalltag grundlegend. Sprechstunden können nicht mehr nur tagsüber, sondern auch abends und nachts stattfinden. Ärzte führen Operationen unter besseren Bedingungen durch und setzen medizinische Geräte wie Ultraschallgeräte zuverlässig ein.

Früher standen dafür oft nur stromintensive Generatoren zur Verfügung oder Untersuchungen mussten auf den nächsten Tag verschoben werden. Heute sind viele Behandlungen jederzeit möglich. Auch Bluttransfusionen und die Kühlung von Medikamenten sind gesichert. Davon profitieren auch die Kreißsäle: Geburten können nun rund um die Uhr sicher begleitet werden.
Mehr Sicherheit für Patienten und Hebammen
Die Veränderungen zeigen sich vor allem im Kreißsaal. Hebammen können sich bei nächtlichen Geburten erstmals ganz auf die Betreuung der Frauen konzentrieren. Eine Hebamme aus dem Gesundheitszentrum Kidima beschreibt den Wandel so: „Früher mussten wir mit Taschenlampen entbinden. Heute gibt es Licht. Das ist keine Kleinigkeit. Es ist das Licht, das Leben rettet.“

Auch für werdende Mütter hat sich der Alltag spürbar verändert. Christelle Kamanda erinnert sich an die Geburt ihres vierten Sohnes im Jahr 2018: „Damals gab es auf der Entbindungsstation noch keinen Strom. Wir mussten Taschenlampen mitbringen und Geld für Batterien ausgeben.“
Bei ihrer letzten Entbindung war die Situation eine andere: „Die Entbindungsstation war an das Stromnetz angeschlossen, wir hatten Zugang zu sauberem Wasser. Ich konnte mich jederzeit um mein Baby kümmern, ohne Angst nach draußen auf die Toilette gehen zu müssen, und brauchte keine Taschenlampe mehr, da das Zentrum gut beleuchtet ist.“
Im Video | So arbeiten Gesundheitsstationen im Kongo:
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Damit die Anlagen zuverlässig laufen
Regelmäßige Wartung sorgt dafür, dass die Solaranlagen dauerhaft funktionieren. Ausgebildete Techniker überprüfen die Systeme, gleichzeitig wird das Gesundheitspersonal im Umgang mit der Technik geschult.
Für Patience ist jede reparierte Anlage ein persönlicher Erfolg. „Jedes Mal, wenn es mir gelingt, eine defekte Solaranlage in einem Krankenhaus zu reparieren, kehre ich erleichtert nach Hause zurück, denn ich weiß, dass Leben gerettet werden können.“

Mit einer Spende können Sie helfen
Spenden tragen dazu bei, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen der Demokratischen Republik Kongo weiter zu verbessern. Schon vergleichsweise kleine Beträge über die Hilfsorganisation Misereor leisten zum Beispiel diesen Beitrag:
- 45 Euro finanzieren zum Beispiel die Ausbildung junger Menschen in Solartechnik und helfen, die Anlagen langfristig betriebsbereit zu halten.
- 142 Euro ermöglichen beispielsweise die Anschaffung eines Solarpanels für eine Gesundheitsstation.
- 550 Euro können zum Beispiel eine Gel-Batterie finanzieren, die tagsüber erzeugten Solarstrom speichert und die Stromversorgung auch nachts sichert.

Dabei reicht die Wirkung der Solarenergie weit über die Gesundheitsversorgung hinaus. Sie liefert Strom für Schulen, Büros und weitere Einrichtungen. So ermöglichen zum Beispiel tragbare Solarlampen Kindern das Lernen am Abend. Beleuchtete Siedlungen sorgen zudem für mehr Sicherheit und stärken das Zusammenleben der Menschen.
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten finden Sie auf der Website von Misereor.

Über Misereor
Die Hilfsorganisation der katholischen Kirche in Deutschland unterstützt weltweit Projekte gegen Armut, Hunger und Ungleichheit. Gemeinsam mit lokalen Partnern fördert Misereor unter anderem den Ausbau der Gesundheitsversorgung, den Zugang zu sauberem Wasser sowie Projekte für erneuerbare Energien und Klimaschutz. In der Demokratischen Republik Kongo arbeitet Misereor mit dem diözesanen Gesundheitsbüro BDOM zusammen. BDOM stattet Gesundheitsstationen mit Solarenergie aus und sorgt dafür, dass die Anlagen langfristig gewartet und betrieben werden.
Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Ströer Content Group Sales GmbH in Zusammenarbeit mit Misereor, Mozartstraße 9, 52064 Aachen, erstellt.












