Zwei Michelin-Sterne
Restaurantchef droht Gefängnisstrafe wegen Ameisen-Sorbet
24.07.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Ameisen im Dessert sind schon eine Herausforderung. Ein Restaurant servierte die „Spezialität“ und tappte damit in eine Behördenfalle.
Der Besitzer eines mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants in Südkorea muss mit einer hohen Geldstrafe und bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen, weil er ein Sorbet-Dessert mit Ameisen garniert hat. Das berichtet der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf die südkoreanische Staatsanwaltschaft.
Demnach soll das Restaurant seit 2021 getrocknete Ameisen aus den USA und Thailand als Garnitur für ein Sorbet verwendet haben. Nach Angaben der Ermittler wurden in diesem Zeitraum rund 49.000 Ameisen in etwa 12.200 Desserts serviert.
Für Ameisen ist eine Sondergenehmigung erforderlich
Der Vorwurf richtet sich laut Staatsanwaltschaft nicht grundsätzlich gegen die Verwendung von Insekten in der Küche. Vielmehr gehe es um die strengen Lebensmittelvorschriften des Landes. Nach dem südkoreanischen Lebensmittelhygienegesetz sind lediglich zehn Insektenarten – darunter Heuschrecken und Seidenraupen – für den menschlichen Verzehr zugelassen. Für andere Arten wie Ameisen sei eine gesonderte behördliche Genehmigung erforderlich.
Hinzu komme ein weiteres Problem: Die untersuchten Ameisen sollen Schwermetallbelastungen aufgewiesen haben, die bis zu 55-mal über den für andere essbare Insekten zulässigen Grenzwerten lagen.
Obwohl der Küchenchef das Gericht entwickelt und zubereitet hat, wurde den Angaben zufolge der Restaurantbesitzer wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Lebensmittelhygienegesetz angeklagt. Ob Besitzer und Koch dieselbe Person sind, ist bislang unklar. Die Staatsanwaltschaft fordert laut CNN eine Geldstrafe in Höhe von 20 Millionen Won (rund 12.600 Euro). Zudem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Das Urteil soll im September fallen.
Restaurantchef wusste wohl nichts vom Ameisenverbot
Die Anwälte des Restaurants erklärten laut örtlichen Medien, die Ameisen seien verwendet worden, um dem Dessert eine säuerliche Note zu verleihen. Der Küchenchef habe nicht gewusst, dass ein Rezept, das er zuvor in den USA und Europa auf dem Menü gehabt habe, in Südkorea nicht zulässig sei. Außerdem seien die Ameisen nur rund 60 Prozent der Gäste serviert und auf der Speisekarte ausdrücklich als Bestandteil des Gerichts ausgewiesen worden.
Insekten gelten weltweit zunehmend als nachhaltige Proteinquelle. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) essen bereits mindestens zwei Milliarden Menschen regelmäßig Insekten. Zu den weltweit am häufigsten verzehrten Insektengruppen zählen nach Angaben der FAO Ameisen, Käfer, Bienen, Raupen, Zikaden, Grillen, Libellen, Fliegen, Heuschrecken, Blattwanzen, Wanderheuschrecken, Schildläuse, Termiten und Wespen.












