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Home » Katherina Reiche muss mit Schwachsinn aufhören
Panorama

Katherina Reiche muss mit Schwachsinn aufhören

By zeit-heute.deJuli 12, 20262 Mins Read
Katherina Reiche muss mit Schwachsinn aufhören
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Sie werfen der Politik also vor, die Gefahr von Hitze bewusst kleinzureden?

Ja. Wenn man jetzt zugibt, wie gefährlich Hitze ist, müsste man auch sagen: Wir haben versagt. Wir müssen unsere Schuld eingestehen. Und dann müsste man irgendwann zum Beispiel auch Frau Reiche fragen, ob sie mit diesem fossilen Schwachsinn aufhören und genau das Gegenteil machen kann.

Manuel Atug (Quelle: Manuel Atug)

Zur Person

Manuel Atug ist Sicherheitsexperte, Gründer und Sprecher der Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG Kritis). Er ist regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit und des Katastrophenschutzes tätig.

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein einziger Hitzetag die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro kostet – vor allem durch sinkende Produktivität. Schäden an Autobahnen, Schienen und anderer Infrastruktur sind dabei nicht einberechnet. Sind rechtzeitige Investitionen am Ende nicht günstiger?

Rein logisch würde ich sofort zustimmen. Die zentrale Frage lautet aber: Welche Ziele verfolgen diejenigen, die politische Entscheidungen treffen? Wollen sie wirklich eine nachhaltige Autobahn bauen oder nachhaltig Bahnschienen legen lassen? Mein Eindruck ist, dass notwendige Investitionen häufig hinter kurzfristigen politischen oder wirtschaftlichen Interessen zurückstehen. Statt konsequent in resiliente kritische Infrastruktur zu investieren, werden andere Prioritäten gesetzt.

Meinen Sie jemanden Konkretes?

Ich nenne wieder den Namen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Aus meiner Sicht verfolgt sie klar und deutlich eine Politik zugunsten fossiler Energiekonzerne. Ihr geht es darum, einzelne Akteure zu fördern und zu unterstützen, damit diese ihre Profitziele erreichen. Und in dieser Hinsicht hat Frau Reiche ihre Ziele mit Auszeichnung erreicht. Das Problem ist nur, dass diese nicht ihrem eigentlichen Auftrag entsprechen – nämlich im Sinne der Bevölkerung zu handeln, die Infrastruktur nachhaltig zu stärken und Deutschland zukunftsfähig auszurichten.

Also müsste man sich zwar aus wirtschaftlicher Vernunft Investitionen in Infrastruktur leisten, will es aber nicht?

Die derzeitige Politik will offensichtlich einige wenige Konzerne und einige reiche und mächtige Menschen schützen. Das ist aber viel zu kurz gedacht. Einige wenige ziehen kurzfristig hohe Profite. Die Gesamtkosten aber trägt die Gesellschaft. Es fehlt seit Jahren an nachhaltigen Strategien. Viele Politiker und Politikerinnen – als Entscheider/Entscheiderinnen und Wegweiser/Wegweiserinnen – denken nur noch in Vier-Jahres-Zyklen: In drei Jahren muss ich mich mit populistischem Erfolg beweihräuchern, im vierten Jahr mache ich damit dann Wahlwerbung. Das ist keine Politik, die den Staat zukunftsfähig oder resilient macht.

Auch die Stromversorgung gehört zur kritischen Infrastruktur – und scheint nicht zukunftsfähig zu sein. Während der letzten Hitzewelle fielen zahlreiche Trafostationen aus. Wie verwundbar sind wir hier?

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