Kanada entscheidet
Deutsche TKMS erhält wohl Auftrag für 100 Milliarden
Aktualisiert am 06.07.2026 – 15:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Kanada vergibt laut Medienberichten einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag nach Deutschland. TKMS soll sich im Bieterverfahren gegen die Konkurrenz aus Südkorea durchgesetzt haben.
Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat von Kanada einem Zeitungsbericht zufolge den Zuschlag für den Bau von zwölf U-Booten erhalten. TKMS habe sich in dem Bieterverfahren durchgesetzt, berichtete die Zeitung „The Globe and Mail“ am Montag. Demnach wird erwartet, dass der kanadische Premier, Mark Carney, den Deal am Montag vor seinem Aufbruch zum Nato-Gipfel in der Türkei offiziell verkündet. TKMS lehnte eine Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ab.
Am Montagvormittag hatte die Bundesregierung die Bedeutung des Deals betont und ihre Hoffnung formuliert, dass sich Kanada für TKMS entscheiden würde. „Das ist ein großes strategisches Vorhaben. Wenn es gelingt, dann wird es Kanada an uns für Jahrzehnte binden“, hatte ein Regierungsvertreter gesagt. „Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit.“ Das Rüstungsgeschäft habe eine „echte transatlantische Dimension“, der Bundeskanzler habe dafür in den vergangenen Monaten „viel investiert an politischer Arbeit“. Die U-Boote der Klasse 212 CD sind Teil einer Beschaffungskooperation von Deutschland und Norwegen.
Bereits im August 2025 hatte Carney verkündet, dass das Land zwei in die engere Auswahl genommen hatte: neben der deutschen TKMS hatten die Kanadier auch ein Angebot des südkoreanischen Anbieters Hanwha Ocean Co. in Betracht gezogen. Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte gegenüber Kanada damit geworben, dass das TKMS-Angebot über die gesamte Laufzeit hinweg rund 86 Milliarden Dollar der kanadischen Wirtschaft einbringen. Zusätzlich soll das Abkommen in Kanada über 650.000 Arbeitsjahre schaffen. Ein Arbeitsjahr entspricht einem Arbeitsplatz für ein Jahr.
Auf der anderen Seite hatten die Südkoreaner bereits zu Beginn des Jahres ein fertiges U-Boot nach Kanada entsandt, um ihre Technologie vor Ort zu präsentieren. Letztendlich muss sich Hanwha jedoch wohl TKMS geschlagen geben, das neben Kanada auch 20 weitere Länder mit U-Booten beliefert. Die Kundenliste der Südkoreaner ist derweil deutlich kürzer. Neben der eigenen Marine nutzt bislang nur Indonesien U-Boote aus Seoul.












