„Älter als die Sonne“
„3I/Atlas“: Interstellarer Komet verblüfft Astronomen
Aktualisiert am 06.07.2026 – 11:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Untersuchungen des interstellaren Kometen „3I/Atlas“ werfen ein neues Licht auf dessen Entstehung. Der Himmelskörper stammt wohl aus einem alten Sternensystem.
Der Komet „3I/Atlas“, der zurzeit das Sonnensystem durchquert, überrascht Astronomen auf der ganzen Welt immer wieder. Neue Untersuchungen des interstellaren Besuchers zeigen, dass das Objekt aus den Außenbereichen eines alten Sternensystems stammt.
Das teilt die Europäische Südsternwarte (Eso) mit, die „3I/Atlas“ auf seine chemische Zusammensetzung untersucht hat. Dafür hat die Eso ihr leistungsfähiges Very Large Telescope (VLT) in der Atacama-Wüste im Norden Chiles genutzt.
Die Ergebnisse ihrer Studie unter der Leitung der Astronomin Cyrielle Opitom haben die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlicht.
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Indikator für die Herkunft des Kometen
„Im Gegensatz zu Kometen aus unserem Sonnensystem weist dieser interstellare Besucher ungewöhnlich hohe Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopenverhältnisse auf“, sagt Aravind Krishnakumar, Forscher an der Universität Lüttich und Mitautor der Studie.
Die Verhältnisse von Kohlenstoff- und Stickstoffisotopen „in Cyanidmolekülen, die im Gas um den Kometen herum“ vorhanden sind, gelten demnach als Indikator für die Herkunft eines solchen Himmelskörpers.
Laut den Forschern seien diese Eigenschaften eng mit den physikalischen Bedingungen in der Entstehungsumgebung verknüpft und änderten sich kaum, während der Komet durch den Weltraum reist.
Die Ergebnisse der Eso ergänzten die einer anderen Untersuchung, deren Ergebnisse vergangene Woche von der Nasa veröffentlicht wurden. Die Studie unter der Leitung von Martin Cordiner am Nasa Goddard Space Flight Center in den USA wurde mit dem James-Webb-Weltraumteleskop durchgeführt und ergab eine ähnliche chemische Zusammensetzung des Kometen.

„Fossilien eines Planetenentstehungsprozesses“
„Sie sind sozusagen Fossilien eines Planetenentstehungsprozesses, der sich sehr weit entfernt zugetragen hat, den wir aber aus viel größerer Nähe untersuchen können“, sagte die Astronomin Opitom.
Aus den Daten schließen die Forscher, dass „3I/Atlas“ wahrscheinlich in den äußeren Bereichen um einen alten Stern mit „niedriger Metallizität“ entstanden ist. Solche Sterne enthalten nur wenige Elemente, die schwerer sind als Helium. Sie gelten als Sterne, die entstanden sind, als das Universum noch jünger und chemisch weniger reichhaltig war, heißt es.
Hinweis auf ein sehr altes Sternensystem
Das Team vermutet deshalb, dass der Komet um einen Stern entstanden ist, der viel älter ist als die Sonne. Die Ergebnisse der Studien verschiedener Teams deuteten darauf hin, „dass ‚3I/Atlas‘ sogar mehr als doppelt so alt wie die Sonne ist“.










