Deutschlands Leitmesse verliert die Branche
Eurobike in der Krise
25.06.2026 – 17:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Die wichtigsten Verbände der Fahrradbranche kehren der Eurobike den Rücken. Während die Frankfurter Messe fast die Hälfte ihrer Aussteller verliert, startet die Konkurrenz aus Köln eine eigene Branchenmesse.
„Irgendwann muss man überlegen, ob man auf eine Messe verzichten kann oder ob man sie nicht selber macht“, sagt Uwe Wöll, Geschäftsführer der Vereinigung Zukunft Fahrrad (VZF). Genau das haben die wichtigsten Branchenverbände jetzt getan: Der VZF und der Zweirad-Industrieverband (ZIV) verlassen die Eurobike und starten 2027 in Köln die Messe „Towards Tomorrow – European Bike Show“.
Deutlicher Rückgang der Ausstellerzahlen
Die 34. Ausgabe der Eurobike läuft seit Mittwoch in Frankfurt. Doch die Zahlen zeigen: Die Messe steckt in einer tiefen Krise. Während 2025 noch rund 1.500 Aussteller nach Frankfurt kamen, sind es in diesem Jahr nur noch rund 800. Zudem fehlen viele große Namen.
Machtwechsel in der Fahrradbranche

Der Rückzug des ZIV und der Vereinigung Zukunft Fahrrad trifft die Messe hart. Beide Verbände gehören zu den wichtigsten Akteuren der Branche. Ihren Weggang zur neuen Messe in Köln bewertet mancher Beobachter als Machtwechsel in der Fahrradindustrie.
Eurobike-Veranstalter Fairnamic reagiert zurückhaltend. Geschäftsführer Philipp Ferger sagte lediglich: „Wir werden uns aktuell zu etwaigen Störfeuern nicht äußern.“ Auch zu Berichten, wonach Fairnamic die Veranstalter der neuen Kölner Messe bereits mehrfach verklagt haben soll, äußerte er sich nicht.
Die Leitmesse verliert die Branche

Mit einem neuen Konzept versucht die Eurobike, ihre Krise zu überwinden. Die Messe 2027 wird kleiner und kürzer – drei Tage statt vier. Das Gelände wird mit einem zentralen Marktplatz und weniger Hallen neu strukturiert.
Doch die Abwanderung der wichtigsten Verbände nach Köln zeigt, wie schnell sich die Machtverhältnisse in der Fahrradindustrie verschieben. Frankfurt setzt auf ein neues Konzept, Köln auf eine neue Messe. Am Ende wird nicht die Tradition entscheiden, sondern die Frage, ob Frankfurt noch die Bühne ist, auf der die Branche spielen will.











