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Home » Warum der Unkrautvernichter Bayer Milliarden kostete
Wirtschaft

Warum der Unkrautvernichter Bayer Milliarden kostete

By zeit-heute.deJuni 25, 20263 Mins Read
Warum der Unkrautvernichter Bayer Milliarden kostete
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Krebsangst und Klagewelle

Was den Streit über Glyphosat so explosiv macht


25.06.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 3 Min.

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Aktivisten auf einem Balkon des Bayer-Konzerns in Berlin (Archivbild): Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern hat vor Gericht einen wichtigen Sieg errungen. (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

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Ein Gerichtsurteil verschafft Bayer Luft. Doch die Debatte über Glyphosat bleibt: Es geht um Krebsangst, Konzernmacht und verlorenes Vertrauen – weltweit.

Für Bayer ist es ein wichtiger Erfolg in einem jahrelangen Rechtsstreit: Der Oberste Gerichtshof der USA stellt sich im Streit über Warnhinweise auf Roundup, dem bekanntesten glyphosathaltigen Unkrautmittel, auf die Seite des Leverkusener Konzerns. Tausende Klagen in den USA könnten dadurch ihre Grundlage verlieren.

Doch entschieden wurde dabei nicht, ob Glyphosat Krebs verursacht. Es ging vor allem um eine juristische Frage: Wer darf in den USA Warnhinweise vorschreiben – die Bundesbehörde EPA oder einzelne Bundesstaaten und Geschworene in Haftungsprozessen?

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist ein sogenanntes Breitbandherbizid. Es wird weltweit eingesetzt, um unerwünschte Pflanzen auf dem Acker abzutöten. Viele Landwirte sehen darin ein wichtiges Werkzeug: Es spart Arbeit, ist vergleichsweise günstig und kann bestimmte Formen der Bodenbearbeitung ersetzen.

Kritiker sehen dagegen ein Symbol für eine Landwirtschaft, die stark auf chemische Mittel setzt. Glyphosat steht für die Sorge vor Chemie auf dem Acker, für Misstrauen gegenüber großen Agrarkonzernen und für die Frage, wem Verbraucher bei Gesundheitsrisiken noch glauben.

Warum ist Bayer betroffen?

Bekannt wurde der Wirkstoff vor allem durch Roundup, ein Produkt des US-Konzerns Monsanto. Bayer kaufte Monsanto 2018 – und damit auch dessen juristische Altlasten.

Kurz darauf wurde Glyphosat für Bayer zum Dauerproblem. In den USA warfen Zehntausende Kläger Monsanto vor, Roundup habe bei ihnen Krebserkrankungen ausgelöst, vor allem Non-Hodgkin-Lymphome. Bayer weist das zurück und verweist auf Behördenbewertungen, wonach der Stoff bei sachgemäßer Anwendung nicht als krebserregend einzustufen sei.

Glyphosat-Unkrautvernichter RoundupVergrößern des Bildes
Der Unkrautvernichter Roundup ist das bekannteste glyphosathaltige Mittel. (Quelle: Wolf von Dewitz/dpa/dpa-bilder)

Für Bayer ging es dabei nie nur um einzelne Prozesse. Es ging um Milliarden, um den Aktienkurs, um das Vertrauen der Anleger und um die Frage, ob die Monsanto-Übernahme ein historischer Fehler war.

Ist Glyphosat krebserregend?

Genau hier liegt der Kern der Kontroverse. Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC, die zur Weltgesundheitsorganisation gehört, stufte Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Diese Bewertung löste weltweit Aufmerksamkeit aus und wurde zu einem wichtigen Argument für Kläger und Umweltverbände.

Andere Behörden bewerten die Lage weniger kritisch. Die US-Umweltbehörde EPA hält Glyphosat nicht für wahrscheinlich krebserregend. Auch europäische Prüfer sahen bei der jüngsten Bewertung keine Grundlage für ein generelles Verbot. Die EU verlängerte die Genehmigung Ende 2023 für weitere zehn Jahre.

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