Beim Konsum größerer Mengen Alkohol vor dem Schlafengehen fallen im ersten Zyklus die ersten beiden Schlafphasen oft weg, sodass Betroffene direkt in die Tiefschlafphase fallen. Also in jene Phase, in der Schlafwandeln typischerweise auftritt. Häufig ist diese Phase zudem länger als gewöhnlich, während die darauffolgende REM-Phase kürzer und unruhiger ist – und dadurch auch weniger erholsam.
Gut zu wissen
Während der Non-REM-Schlaf, also die Tiefschlafphase, vor allem zur körperlichen Regeneration beiträgt, dient der REM-Schlaf eher der mentalen, emotionalen Erholung, festigt Gedächtnisinhalte und ist wichtig für Lernvorgänge. Die Abkürzung REM steht dabei für „Rapid Eye Movement“, was so viel wie „schnelle Augenbewegungen“ bedeutet. Diese sind typisch für den Traumschlaf und kommen im Tiefschlaf nicht vor.
Gefahren des Schlafwandelns unter Alkoholeinfluss
Schlafwandeln birgt generell gewisse Risiken, da Betroffene sich während dieser Episoden verletzen könnten. Unter Alkoholeinfluss können diese Gefahren jedoch erheblich zunehmen.
So steigt etwa die Verletzungsgefahr, weil Alkohol die motorischen Fähigkeiten und die Wahrnehmung zusätzlich beeinträchtigt. Das kann dazu führen, dass Betroffene Hindernisse eher übersehen oder sich eher riskant verhalten, also etwa die Wohnung verlassen.
Werden Schlafwandelnde aufgeweckt, sind sie häufig verwirrt und orientierungslos, mitunter auch aggressiv. Unter Alkoholeinfluss können sich diese Reaktionen verstärken.
Mehr dazu, ob man Schlafwandelnde wecken soll beziehungsweise was zu tun ist, wenn man auf eine schlafwandelnde Person trifft, lesen Sie hier.
Schlafwandeln: Vorbeugende Maßnahmen ergreifen
Verschiedene Maßnahmen tragen dazu bei, das Risiko für Schlafwandeln bei Erwachsenen zu verringern. Empfehlenswert ist es etwa, vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol zu trinken – oder besser noch ganz darauf zu verzichten. Das gilt insbesondere für Menschen, die zu Schlafwandeln neigen.
Daneben ist es ratsam, für regelmäßige Schlafenszeiten und ausreichend Schlaf zu sorgen und das Schlafzimmer gut abzudunkeln. Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Betroffene zudem potenzielle Gefahrenquellen aus dem Schlafzimmer entfernen und Fenster und Türen sichern. Positiv können sich auch Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung auswirken, sofern diese regelmäßig angewandt werden.
Fazit
Schlafwandeln kommt bei Erwachsenen vergleichsweise selten vor. Verschiedene Einflüsse können diese Form der Aufwachstörung jedoch begünstigen, so wahrscheinlich auch der Konsum von Alkohol. Kommt es bei Erwachsenen häufiger zu Episoden von Schlafwandeln, ist eine ärztliche Abklärung ratsam – das gilt insbesondere, wenn das Schlafwandeln bei Erwachsenen erstmalig auftritt. So lässt sich herausfinden, ob gegebenenfalls andere Erkrankungen als Ursache für das Schlafwandeln infrage kommen, und eine passende Behandlung einleiten.












