Berliner Hochschule
Versteckte Kameras auf der Damen-Toilette – LKA ermittelt
12.06.2026 – 02:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Versteckte Kameras sorgen auf dem Campus Lichtenberg für Entsetzen. Die Hochschule lässt weitere Sanitäranlagen überprüfen.
Auf den Damentoiletten der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) am Berliner Campus Lichtenberg sind illegal angebrachte Kameras gefunden worden; fixiert per Klettverschluss an Mülleimern in den Kabinen. Zeuginnen entdeckten die Geräte am Mittwoch in den Häusern 1, 6A und 6B, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. In weiteren Toilettenräumen fanden sich nur die Klettkonstruktionen, aber keine Kameras mehr.
Polizisten des Abschnitts 34 trafen nach „B.Z.“-Angaben gegen 15 Uhr ein. Polizeisprecher Ruben Kretschun erklärte gegenüber der Zeitung: „Bei der Überprüfung weiterer Bereiche konnte eine zweite Kamera in der danebenliegenden Kabine festgestellt und sichergestellt werden.“ Die Hochschule erstattete noch am selben Tag Strafanzeige.
Nicht klar, ob überhaupt Bilder angefertigt wurden
Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Eingriffe in den höchstpersönlichen Lebensbereich. Bei den sichergestellten Geräten handelt es sich dem „Tagesspiegel“ zufolge um preiswerte Technik, die Aufnahmen lokal speichert und konstruktionsbedingt keine Daten ins Internet übertragen kann.
Ob überhaupt Bilder entstanden sind, kann die Hochschulleitung nach eigenen Angaben nicht sagen. Kanzlerin Andrea Syring bat Studierende und Beschäftigte per Rundmail, den Campus ab Freitag wieder zu nutzen: „Gemeinsam können wir solche verstörenden Ereignisse besser bewältigen, als alleine“, wird sie im Bericht des „Tagesspiegel“ zitiert. Die Hochschule richtete zudem eine psychologische Betreuung ein.
Gewerkschaft: „Perfider Eingriff in die Persönlichkeistrechte“
Besondere Brisanz erhält der Fall dadurch, dass auch Toiletten in dem Bereich betroffen sind, in dem künftige Polizeibeamte ausgebildet werden. Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro sprach von einem „abscheulichen kriminellen Vorgehen“ und einem „unglaublich perfiden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte“ der betroffenen Studentinnen.
Der landeseigene Immobiliendienstleister BIM überprüft nach „Tagesspiegel“-Angaben alle Sanitäranlagen auf weitere versteckte Geräte. Sicherheitspersonal und Haustechnik intensivieren die Kontrollen – auch am zweiten HWR-Standort in Schöneberg. Wer Ungewöhnliches entdeckt, solle verdächtige Gegenstände nicht anfassen und sofort den Sicherheitsdienst informieren.











