Panne in Post
CSU-Fraktion blamiert sich mit „Frohnleichnahm“
04.06.2026 – 20:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Die CSU-Bundestagsfraktion blamiert sich auf Social Media mit einem Posting zum hohen christlichen Feiertag. Als AfD-Politiker deshalb spotteten, wurde ihnen ein Fake unterstellt.
Auf dem Münchner Marienplatz war am Donnerstag wieder einmal zu sehen, welchen Stellenwert die katholische Kirche in Bayern hat. 10.000 Menschen hatten am Festgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx und der anschließenden Prozession zu Fronleichnam teilgenommen. In vielen bayerischen Gemeinden gehören die Prozessionen am zweiten Donnerstag nach Pfingsten fest zum Programm, und Vertreter der örtlichen CSU zeigen gerne und selbstverständlich Flagge.
Etwas unglücklich könnten Anhänger der Partei darüber sein, wie die Bundestagsfraktion der CSU den Tag auf Facebook, Instagram und TikTok eröffnet hatte: mit Wünschen für einen „gesegneten Frohnleichnahm“. Zwischen 9 und 10 Uhr wurde eine entsprechende Kachel in den verschiedenen Netzwerken gepostet, etwa ab 10.30 Uhr folgte jeweils ein neues Posting mit der richtigen Schreibweise. Fronleichnam leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen von den Worten „vron“ für „des Herrn“ und „lichnam“ für „Körper“ oder „Leib“ ab.
Das falsche Doppel-h zum „Fest des Leibes und Blutes Christi“ ausgerechnet bei der Christlich-Sozialen Union im Land mit 5,4 Millionen Katholiken rief Kritik hervor, etwa aus der AfD. „Ist schon peinlich“, schrieb der bayerische Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka.
- Christliches Fest: Hier ist Fronleichnam Feiertag – und darum wird es gefeiert
Weiter ging der sächsische AfD-Politiker Maximilian Krah: „Bei einem katholischen Feiertag zeigt es, was für Heuchler das sind.“ Krah ist selbst ein Kritiker moderner Gottesdienste, die er mal „künstlerisch wie theologisch wertlos“ nannte. Krah ist Anhänger der Alten Messe, bei der fast überwiegend Latein gesprochen und gesungen wird.
Der bayerische AfD-Abgeordnete Peter Boehringer sprach von den „Ach-so-(Ein-)Gebildeten und Ach-so-(Schein-)Heiligen“ von der CSU im Bundestag und stellte klar: „Kein Witz, kein Fake, keine KI.“ Genau das hielten viele Nutzer vor allem Krah vor und posteten, was die CSU tatsächlich gepostet habe – das korrigierte Bild, das die CSU neu gepostet hatte, ohne dabei den vorherigen Fehler zu beichten. Für diese Nutzer sah es so aus, dass bei der AfD mit einem Fake gearbeitet wurde.
In Berlin, wo Fronleichnam ein normaler Arbeitstag ist, erweckte die Bundestagsfraktion der bayerischen Partei den Eindruck, den Feiertag zu heiligen: Die Pressestelle war am Nachmittag nicht erreichbar und reagierte nicht auf eine Anfrage per E-Mail.











