Julian Nagelsmann verzichtet bei der WM auf Said El Mala. Damit verpasst der Bundestrainer auch eine Chance.
Die Nicht-Nominierung von Said El Mala für die Weltmeisterschaft ist hauptsächlich eines: überraschend. Nicht, weil der Angreifer des 1. FC Köln einen unumstrittenen Stammplatz im DFB-Team beanspruchen könnte. Sondern weil seine Entwicklung in den vergangenen Monaten eigentlich genau das war, was Bundestrainer Julian Nagelsmann eingefordert hatte.
Im Frühjahr hatte Nagelsmann den 19-Jährigen öffentlich mit einer Art Aufgabenliste versehen: mehr Konstanz, mehr Defensiv-Arbeit, mehr Verantwortung. Es wirkte wie eine klare Botschaft: Entwickle dich weiter – dann öffnet sich vielleicht die Tür zur Nationalmannschaft.
- Nagelsmann sagt El Mala ab: 1. FC Köln-Fans haben Verdacht
- Said El Mala: Klub soll 50 Millionen Euro zahlen wollen
WM 2026: Said El Mala erfüllt Vorgaben des Bundestrainers
Genau das tat El Mala. Aus dem talentierten Joker wurde ein Stammspieler und Leistungsträger. Der FC-Profi erzielte wichtige Tore, überzeugte mit konstanten Leistungen und zeigte gegen Spitzenmannschaften, dass ihm die große Bühne nicht zu groß ist. Dass inzwischen internationale Topclubs auf den Angreifer schauen und millionenschwere Angebote vorbereiten, kommt nicht von ungefähr.
Embed
Umso überraschender wirkt deshalb die Entscheidung des Bundestrainers. Nagelsmann argumentiert mit unterschiedlichen Spielideen und Profilen. El Mala passe hervorragend zu Kölns Umschaltspiel, man müsse aber schauen, ob das auch zur Nationalmannschaft passe. Das ist nachvollziehbar – zumindest auf den ersten Blick.
Nagelsmann verzichtet mit El Mala auf Aufbruchsstimmung
Denn auf den zweiten Blick stellt sich eine andere Frage: Wann, wenn nicht jetzt, sollen solche Spieler eine Chance erhalten? Die deutsche Nationalmannschaft sucht seit Jahren nach Dynamik, Unbekümmertheit und neuen Impulsen. Regelmäßig wird beklagt, dass es an Überraschungsmomenten, an Mut und an Spielertypen fehle, die Dinge anders lösen. Genau dafür hätte El Mala stehen können.

Natürlich wäre es übertrieben, aus seiner Nicht-Nominierung eine sportliche Katastrophe zu machen. Der DFB scheitert nicht an einem einzelnen Spieler. Aber Nagelsmann verzichtet auf einen Fußballer, der etwas mitgebracht hätte, das in Kadern oft schwer messbar ist: Aufbruchsstimmung.












