Mithilfe von MRTs und KI enthüllt
Verstecktes Muskelfett kann gefährlich werden
12.05.2026 – 16:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Fett, das sich unbemerkt in den Muskeln ablagert, stellt ein Risiko für die Gesundheit dar. Eine neue Studie zeigt, wie stark dieser Effekt tatsächlich ist.
Ein Forschungsteam aus Deutschland hat festgestellt, dass ein erhöhter Anteil von Muskelfett an der Muskelmasse mit erhöhtem Blutdruck sowie mit ungesunden Blutzucker- und Blutfettwerten in Verbindung steht. Nachzulesen sind die Ergebnisse der Studie im Fachmagazin „Radiology“ der Radiological Society of North America (RSNA).
Hintergrund der Studie
Mit Muskelfett (Fachbegriff: intermuskuläres Fettgewebe) ist ein Fettdepot gemeint, das zwischen Muskelfasern oder Muskelgruppen eingebettet ist. Es mehren sich die Belege dafür, dass dieses versteckte Fett und die fettfreie Muskelmasse die Herz- und Stoffwechselgesundheit beeinflussen. Was die beiden Gewebearten einzeln oder zusammen betrachtet für das Herz-Kreislauf-Risiko von Menschen ohne Vorerkrankungen bedeuten, ist jedoch nach wie vor unklar.
Das wurde untersucht
Darum wollte ein Forschungsteam der Technischen Universität München herausfinden, ob es einen solchen Zusammenhang gibt. Dazu ermittelte es mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Zusammensetzung der großen Muskeln, die entlang der Wirbelsäule zwischen Hals und Becken verlaufen.
Für die Studie standen zahlreiche Aufnahmen aus einem bestimmten bildgebenden Verfahren zur Verfügung: der Ganzkörper-Magnetresonanztomografie (MRT). Die MRT-Bilder stammten von 11.348 Personen (Durchschnittsalter 43 Jahre, 56,9 Prozent Männer) ohne bekannte Vorerkrankungen.
Neben den MRT-Scans hatten sich alle teilnehmenden Personen weiteren Untersuchungen unterzogen. Die Befunde zeigten, dass einige von ihnen zuvor nicht diagnostizierte Erkrankungen aufwiesen: 16,2 Prozent hatten Bluthochdruck, 8,5 Prozent wiesen krankhafte Blutzuckerwerte auf und 45,9 Prozent hatten ungesunde Blutfettwerte, welche die Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) fördern.
So konnte das Team diese drei Faktoren, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen, mit den Ergebnissen der Muskelanalyse vergleichen.
Mehr Fett, höheres Risiko
Das Ergebnis war eindeutig: je höher der Anteil an Muskelfett und je geringer die Muskelmasse, desto ausgeprägter die Risikofaktoren. Dabei war die Zunahme von Muskelfett bei beiden Geschlechtern mit deutlich höheren Werten für Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten verbunden.
Umgekehrt hatte ein höherer Anteil an fettfreier Muskelmasse eine schützende Wirkung gegen diese Risikofaktoren – allerdings nur bei Männern: Bei Frauen war ein solcher Zusammenhang nicht feststellbar.
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Insgesamt stieg der Anteil an Muskelfett mit zunehmendem Alter an, während der Anteil an fettfreier Muskelmasse mit zunehmendem Alter abnahm. Außerdem wiesen Menschen, die sich wenig bewegten, mehr Muskelfett und weniger Muskelmasse auf.
MRT als mögliches Frühwarnsystem
Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig die Skelettmuskulatur für einen gesunden Stoffwechsel und ein gesundes Herz-Kreislauf-System ist. Der Leiter der Studie kann sich vorstellen, dass MRT-Aufnahmen zukünftig helfen könnten, auch bei äußerlich gesund erscheinenden Menschen versteckte Risiken aufzudecken, um frühzeitig gegensteuern zu können.












