Tankrabatt
Rückgänge fallen deutlich geringer aus als der Steuerrabatt
Aktualisiert am 01.05.2026 – 11:24 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Tankpreise sind in der Nacht gesunken. Der Rückgang an den Tankstellen ist am Morgen jedoch noch deutlich kleiner als der Steuerrabatt.
Der Tankrabatt hat die Spritpreise in Deutschland am Freitagmorgen deutlich sinken lassen. Superbenzin der Sorte E10 lag um 8.00 Uhr im bundesweiten Durchschnitt sogar unter der 2-Euro-Marke, wie der ADAC mitteilt. Konkret sank der Preis im Vergleich zum selben Zeitpunkt am Donnerstag um 10,7 Cent auf 1,976 Euro pro Liter. Auch Diesel verbilligte sich deutlich: um 10,4 Cent auf 2,063 Euro pro Liter.
Die Rückgänge fallen damit allerdings deutlich geringer aus als der Steuerrabatt von 16,7 Cent pro Liter. „Die Senkung der Energiesteuer ist also bislang erst zum Teil an den Zapfsäulen angekommen“, sagt eine ADAC-Sprecherin.
Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich in den Tanks vieler Tankstellen derzeit noch Kraftstoff befindet, der nach den alten Steuersätzen abgerechnet wurde. Entscheidend für den Steuernachlass ist nämlich nicht der Verkauf an der Tankstelle, sondern der Moment, in dem der Kraftstoff das Tanklager beziehungsweise die Raffinerie verlassen hat.
Die Preise waren laut ADAC nachts recht rasch um 7 bis 8 Cent gefallen, als am Morgen dann fast alle Tankstellen öffneten, sank der Preis dann weiter. „Dieser Trend sollte sich fortsetzen“, so die Sprecherin. Zudem sei angesichts des wieder rückläufigen Ölpreises auch über den Rabatt hinaus mit eher nachgebenden Preisen zu rechnen.
Experten hatten bereits im Vorfeld erwartet, dass der Rabatt nur sukzessive an den Zapfsäulen ankommen wird. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, dass die volle Steuersenkung an die Kunden weitergegeben werden soll.
Auch beim ersten Tankrabatt im Jahr 2022 waren die Spritpreise am ersten Tag nicht um den vollen Betrag der Steuererleichterung gefallen. Der ADAC fordert nun: „An diesem Wochenende muss die Steuersenkung vollständig weitergegeben werden.“ Ob dies 2022 der Fall war, ist umstritten. Eine Studie des RWI kam zum Ergebnis, dass nur ein Teil beim Verbraucher ankam.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) forderte von der Mineralölwirtschaft, dass die Steuersenkung, die den Staat rund 1,6 Milliarden Euro kostet, bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. „Das ist keine Bitte, das ist eine klare Erwartung“, sagte sie der dpa. „Das Bundeskartellamt hat nach unserem ersten Maßnahmenpaket bessere Instrumente als je zuvor und erste Untersuchungen aufgenommen. Wenn es Anzeichen für eine Nichtweitergabe der Steuersenkung gibt, erwarte ich unverzügliche Maßnahmen.“
Das Ministerium werde die Weitergabe der Steuersenkung genau im Blick behalten, so Reiche. „Auch unabhängige Akteure wie die Monopolkommission oder das Ifo Institut werden hier genau hinschauen, engmaschig Daten auswerten und die Ergebnisse transparent machen.“











