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Home » Männer gehen häufiger hin – Frauen warten länger ab
Gesundheit

Männer gehen häufiger hin – Frauen warten länger ab

By zeit-heute.deApril 23, 20263 Mins Read
Männer gehen häufiger hin – Frauen warten länger ab
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Reform der Notfallversorgung

Männer rennen in die Notaufnahme, Frauen warten ab


23.04.2026 – 14:01 UhrLesedauer: 2 Min.

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Wegweiser für die Notaufnahme (Symbolbild): Patienten sollen bei gesundheitlichen Beschwerden künftig besser gesteuert werden. (Quelle: IMAGO)

Bei gesundheitlichen Problemen außerhalb der Praxisöffnungszeiten suchen viele Hilfsbedürftige eine Notaufnahme auf. Das soll sich künftig ändern.

Nicht immer treten gesundheitliche Probleme dann auf, wenn der Hausarzt Sprechzeiten anbietet. Doch wie reagiert man in diesem Fall? Eine neue repräsentative Umfrage der Techniker Krankenkasse zeigt nun: Während Männer häufig die Notaufnahme aufsuchen, warten Frauen eher ab.

Das Problem ist weitverbreitet: Mehr als jeder dritte Befragte (37 Prozent) hatte in den vergangenen drei Jahren plötzliche Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten. Von den Betroffenen suchten die meisten (34 Prozent) daraufhin eine Notaufnahme auf. Männer (42 Prozent) entschieden sich dabei wesentlich häufiger zu diesem Schritt als Frauen (28 Prozent).

Weitere 20 Prozent riefen aufgrund ihrer Probleme einen Krankenwagen, während 18 Prozent warteten, bis ihre Arztpraxis wieder öffnete. Auch hier offenbart sich ein Geschlechterunterschied: Frauen (22 Prozent) entschieden sich deutlich häufiger als Männer (12 Prozent), erst einmal abzuwarten.

Hintergrund der Befragung ist die am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedete Notfallreform. Die Bundesregierung möchte Patienten mit dringenden Beschwerden in Zukunft gezielter in die passenden Behandlungsangebote lenken und so die Notaufnahmen in den Krankenhäusern entlasten. Laut Statistischem Bundesamt fanden im Jahr 2024 rund 13 Millionen Behandlungen in den Notfallambulanzen statt – Tendenz steigend.

Ein Großteil der Behandlungen in den Notaufnahmen gilt laut den Krankenkassen aber als unnötig. Bereitschaftspraxen wären in diesen Fällen für die Patienten die besseren Ansprechpartner gewesen. Doch deren Angebote werden laut der Umfrage der Techniker Krankenkasse nur selten genutzt. Lediglich zehn Prozent gaben an, bei plötzlichen Beschwerden eine Bereitschaftspraxis aufgesucht zu haben. Weitere 14 Prozent ließen sich telefonisch unter der zentralen Telefonnummer der Kassenärzte 116117 beraten.

Dieser Nummer soll künftig eine stärkere Rolle zukommen. Neben dem Terminservice soll sie künftig auch als Akutleitstelle dienen, bei der Patienten eine erste Einschätzung erhalten sollen. Zusätzlich plant die Bundesregierung die flächendeckende Errichtung „integrierter Notfallzentren“ (INZ). Dort soll die medizinische Situation der Patienten eingeschätzt und diese sollen dann je nach Befund in die Notaufnahme oder eine nahe Notdienstpraxis weitergeleitet werden.

„Die Notfallreform legt einen Grundstein für eine bessere und vor allem passgenaue Versorgung“, lobt Jens Baas, Vorstandsvorsitzender bei der Techniker Krankenkasse, den Gesetzesentwurf. Durch die neue Akutleitstelle, die integrierten Notfallzentren und die Ersteinschätzung hätten Hilfesuchende schneller Klarheit, ob Abwarten, der Bereitschaftsdienst oder gar die Notaufnahme für sie der richtige Schritt ist. „Das macht es für Patientinnen und Patienten leichter und entlastet die Mitarbeitenden in der Notfallversorgung“, so Baas.

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