Ebenfalls bemerkenswert ist auf den ersten Blick die Dividendenentwicklung bei Rheinmetall. „Der Rüstungskonzern steigert aufgrund der anziehenden Verteidigungsausgaben in Europa seine Dividende um rund 42 Prozent auf 11,50 Euro je Aktie. Bezogen auf den Aktienkurs von rund 1.600 Euro reicht die Rendite von 0,7 Prozent aber nur für das untere Drittel bei den Dax-Werten“, so die Auswertung des Lynx-Brokers. Trotzdem ist Rheinmetall auch 2026 die beliebteste Aktie bei Anlegern.
Tobias Spreiter, Head von flatex, sah schon 2025 einen „starken Zufluss in Verteidigungswerte.“ Spreiter führt weiter aus, dass viele Privatanleger Rüstungsaktien zwar schon länger beobachtet, aber bewusst auf den richtigen Einstiegszeitpunkt gewartet hätten. „Eine klare Signalwirkung ging dann vom Beschluss des deutschen Infrastrukturpakets aus, was auch daran erkennbar war, dass sich die Nachfrage vor allem auf deutsche Titel konzentrierte.“
Auffällig bleibt allerdings die Konzentration der Ausschüttungen. Die zehn größten Dividendenzahler im Dax stehen für etwa die Hälfte aller Zahlungen und erwirtschaften zugleich einen ähnlich großen Anteil der Gewinne. Für Anleger bedeutet das: Wer auf Dividenden setzt, landet fast automatisch bei einer überschaubaren Gruppe von Unternehmen. Nicht jeder Privatanleger möchte jedoch selbst auswählen, welche Titel dauerhaft stabile Ausschüttungen liefern. Eine interessante Alternative kann daher ein Blick auf spezialisierte Dividendenstrategien sein.
Ein Beispiel ist der Dividenden-Stars-Index (Wertpapierkennnummer: DA0ABY). In diesen Index schaffen es nur Unternehmen, die über Jahre hinweg besonders zuverlässig Dividenden zahlen. Voraussetzung sind unter anderem mindestens zehn Jahre ununterbrochene Ausschüttungen, eine stabile oder steigende Dividende in den vergangenen fünf Jahren sowie eine Ausschüttungsquote, die den Nettogewinn nicht übersteigt. So soll verhindert werden, dass Dividenden aus der Substanz finanziert werden. Aus diesem Kandidatenkreis werden schließlich 20 besonders solide Dividendenzahler nach vorgegebenen Regeln ausgewählt.
Ein Punkt wird dennoch regelmäßig unterschätzt: Dividenden sind kein Geschenk. Am Ex-Dividenden-Tag reduziert sich der Kurs rechnerisch um den Ausschüttungsbetrag, gleichzeitig greift der Fiskus zu. Von fünf Euro brutto bleiben rund 3,68 Euro netto.
In der Praxis werden solche Abschläge allerdings häufig relativ schnell wieder aufgeholt. Der eigentliche Vorteil liegt ohnehin woanders: Dividenden ermöglichen ein regelmäßiges Einkommen, ohne dass Anleger ihre Aktien verkaufen müssen. Oder anders formuliert: Kursgewinne lösen Jubel im Depot aus, Dividenden dagegen einen stetigen Geldfluss. Und auch wenn dieser weniger spektakulär wirkt: Auf lange Sicht ist er oft der verlässlichere Teil der Börsenrendite.










