Aufatmen in Nürnberg
Nahverkehr: Einigung im Tarifstreit in Bayern
16.04.2026 – 09:15 UhrLesedauer: 1 Min.
Streiks im ÖPNV scheinen vorerst Geschichte: Nach zahlreichen Ausständen und langen Verhandlungen gibt es im bayerischen Nahverkehr eine Einigung.
Nach intensiven Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi in der Nacht zum Donnerstag in München auf einen Tarifkompromiss für den kommunalen Nahverkehr in Bayern geeinigt. Beide Seiten bestätigten den Abschluss, nannten zunächst jedoch keine konkreten Inhalte.
Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katharina Wagner erklärte, die Einigung sei „mit Licht und Schatten“ zustande gekommen, zentrale Streitpunkte habe man aber klären können. Der Kompromiss gehe nun in eine Mitgliederbefragung. Bis zum 15. Mai müssten sich beide Seiten erklären. In diesem Zeitraum werde es keine weiteren Warnstreiks geben, sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter Sinan Öztürk.
Der Tarifkonflikt hatte rund 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Betrieben betroffen. In vielen großen bayerischen Städten kam es wiederholt zu ganztägigen oder mehrtägigen Warnstreiks, die den Nahverkehr teils massiv einschränkten – darunter auch in Nürnberg.
In den vergangenen Verhandlungsrunden hatten sich beide Seiten schrittweise angenähert. Verdi hatte ursprünglich unter anderem eine monatliche Entgelterhöhung von 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit gefordert. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten schlecht.
Der vorherige Tarifabschluss im bayerischen Nahverkehr stammt aus dem Jahr 2023 und war bereits 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals entschieden, die Verhandlungen nicht sofort neu zu führen, sondern abzuwarten, bis auch in den übrigen Bundesländern wieder Verhandlungen anstehen.










