Kontroverse um Bagger
Illegale Wal-Rettung? Polizei äußert Verdacht
14.04.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Was einmal geholfen hat, könnte ja auch ein zweites Mal funktionieren: So dachten Wal-Helfer und organisierten einen Schwimmbagger auf die Insel Poel. Aber: nicht mit der Polizei.
Eine Firma ist am Montag mit zwei Tiefladern auf die Insel Poel gefahren und hat einen Schwimmbagger und Pontons für eine eventuelle Wal-Rettung gebracht. Die Polizei hat den Bagger nun aber wieder weggeschickt, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtete.
Wal-Freunde hatten zuvor große Hoffnung in den Bagger gesteckt. Ihr Plan sah vor, eine Rinne vom Wal bis zur etwa 300 Meter entfernten Fahrrinne in der Bucht vor der Insel Poel zu schaffen, sodass der seit mittlerweile zwei Wochen dort festliegende Buckelwal doch noch befreit werden könnte.
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Dieses Vorgehen hatte schon vor Niendorf in Schleswig-Holstein geklappt. Nun sollte auch vor Poel ein Versuch gewagt werden. Laut „Ostsee-Zeitung“ kam der Schwimmbagger von einer Firma in Osnabrück. „Natürlich haben wir Mitgefühl“, erklärte ein Firmensprecher. „Wir hatten das angeboten, weil wir diesen Schwimmbagger haben. Wir wollten Tier nicht weiter leiden lassen“
Der Bagger parkte zunächst auf dem Parkplatz vor der Inselkirche von Poel. Doch die Polizei forderte die Walretter auf, die Insel wieder zu verlassen. Laut „Ostsee-Zeitung“ trauten die Beamten dem Team nicht: Es sei nicht hundertprozentig auszuschließen, dass der Bagger nachts vom Sattelauflieger rolle und ohne Genehmigung am Wal eingesetzt werde, erklärte demnach eine Polizeisprecherin. Außerdem sei es möglich, dass der einzig große Parkplatz von Poel kurzfristig für andere Einsatzkräfte benötigt werde – etwa wenn der Wal sterbe.
Rund um die Bucht, in der das sterbende Tier im flachen Wasser liegt, hat die Polizei die Zugänge zum Wasser abgesperrt. Der kranke und geschwächte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten aktiven Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen. Am Wochenende wurde erfolglos versucht, den Wal mit seinen eigenen Walgesängen zu animieren, sich selbst zu befreien.










