Produzenten müssen draufzahlen
Kartoffel-Krise trifft europäische Bauern hart
27.03.2026 – 15:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Europa steckt mitten in einer Kartoffel-Krise. Das Überangebot ist so groß, dass Landwirte teils negative Preise erzielen.
Ein massives Überangebot stürzt viele europäische Kartoffelbauern in eine wirtschaftliche Krise. Die Preise für Futterkartoffeln sind zum Teil schon unter null gefallen. In Manchen Fällen müssen Landwirte gar für die Entsorgung ihrer Ernte bezahlen, große Mengen an Kartoffeln werden bereits als Tierfutter verwendet oder in Biogasanlagen verwertet. Auch die Preise für Pommes-Frites-Kartoffeln sind nach Angaben des Fachmagazins „Agrarheute“ stark gefallen.
Eigentlich müssten die Produzenten ihre Lagerkapazitäten angesichts großer Erntemengen weiter ausbauen. Doch wegen fehlender Absatzmöglichkeiten und der niedrigen Preise bietet selbst das kaum eine tragfähige Perspektive. In den Niederlanden meldete der Produzent PotatoNL zuletzt Preise von minus 1 bis minus 2 Euro je 100 Kilogramm Futterkartoffeln. Der negative Wert ergibt sich aus den zusätzlichen Kosten, die den Produzenten für Abtransport, Weitergabe oder Vernichtung entstehen.
Der Kartoffelmarktexperte Niels van der Boom erklärte gegenüber „Agrarheute“, dass derzeit auch keine schnelle Besserung der Marktverhältnisse absehbar sei. Hinzu kommt, dass sich die Belastung für die Produzenten durch steigende Transportkosten infolge des Iran-Kriegs noch verschärfen könnte.
Schätzungen zufolge beläuft sich das Überangebot an Kartoffeln in der EU derzeit auf rund 3,3 Millionen Tonnen. Besonders betroffen sind die Niederlande, Belgien, Deutschland und Frankreich. Die Ursache liegt vor allem darin, dass viele Landwirte ihre Anbauflächen in den vergangenen zwei Jahren deutlich ausgeweitet haben. Ausschlaggebend waren die hohe Nachfrage und attraktive Vertragspreise der verarbeitenden Industrie. Gleichzeitig sorgten günstige Wachstumsbedingungen für eine besonders ertragreiche Ernte.
Inzwischen ist die Nachfrage jedoch deutlich gesunken, während die Produktion auf hohem Niveau bleibt. Zudem haben sich die Exportchancen außerhalb der EU verschlechtert. Geopolitische Spannungen, die Zollpolitik der USA und die wachsende Konkurrenz aus Ländern wie China, Indien und Ägypten setzen die europäischen Produzenten zusätzlich unter Druck.












