Morgenschock in Griechenland
Erdbeben erschüttert beliebte Ferieninsel
08.03.2026 – 11:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Am frühen Morgen bebt plötzlich die Erde im Nordwesten Griechenlands. Menschen werden aus dem Schlaf gerissen, auch jenseits der Grenze ist das Erdbeben zu spüren.
Ein Erdbeben hat am Sonntag die Region der beliebten griechischen Ferieninsel Korfu und weite Teile des Nordwestens Griechenlands erschüttert. Das Geodynamische Institut der Universität Athen gibt die Stärke des Bebens mit 5,3 auf der Magnitude-Skala an. Die US-Behörde United States Geological Survey (USGS) spricht von einer Stärke von 5,5.
Demnach ereignete sich das Erdbeben um 5.32 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag etwa zwei Kilometer südöstlich des Ortes Rodotópi in der Region Epirus, rund 15 Kilometer nordwestlich der Regionalhauptstadt Ioannina. Das Zentrum des Bebens lag demnach auf dem Festland und hatte eine Herdtiefe von etwa zehn Kilometern.
Das Erdbeben war in weiten Teilen der Region Epirus deutlich zu spüren. Besonders in der nahe gelegenen Stadt Ioannina sowie in umliegenden Orten berichteten Bewohner von kräftigen Erschütterungen, die mehrere Sekunden anhielten. Viele Menschen wurden aus dem Schlaf gerissen und verließen vorsorglich ihre Häuser. Teilweise gerieten Gegenstände in Wohnungen ins Wanken oder fielen herunter.
Medien berichten außerdem von kleineren Erdrutschen und zeitweisen Stromausfällen in einzelnen Orten der Region. In einigen Dörfern wurden Risse in Gebäuden gemeldet, zudem laufen Inspektionen möglicher Schäden. Verletzte oder größere Zerstörungen wurden zunächst nicht gemeldet. Nach dem Hauptbeben registrierten Seismologen mehrere Nachbeben. Auch in Albanien war das Erdbeben zu spüren.
Nordwestgriechenland gehört zu den seismisch aktivsten Regionen Europas. Die Erdbeben entstehen hier vor allem durch tektonische Spannungen entlang komplexer Störungssysteme im Bereich der Ionischen Zone. Diese Region ist Teil des Hellenischen Gebirgssystems, in dem sich mehrere geologische Zonen gegeneinander verschieben und überschieben.
Auslöser vieler Beben in Epirus ist die Kollision und Annäherung der Apulischen Mikroplatte (Adria-Region) mit der Eurasischen Platte. Dadurch kommt es zu Druck und Verformungen der Erdkruste. Entlang von Bruchzonen baut sich über längere Zeit Spannung auf, die sich schließlich ruckartig entlädt – ein typischer Mechanismus für tektonische Erdbeben.
Auch in der Vergangenheit kam es in der weiteren Umgebung von Epirus zu mehreren spürbaren Erschütterungen. So registrierten Seismologen in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt Beben der Stärke über 5, die teilweise auch in Albanien und auf den Ionischen Inseln wahrgenommen wurden. Größere Schäden sind in dieser Region jedoch selten, da viele der Beben in moderater Tiefe stattfinden und die Bebauung weniger dicht ist als in anderen Teilen Griechenlands.












