
Ein klarer Favorit lässt sich nicht ausmachen. Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bevorzugen 32 Prozent der Menschen in Deutschland Supermärkte wie Rewe und Edeka, 29 Prozent ziehen Discounter wie Aldi und Lidl vor. 38 Prozent haben keine feste Präferenz. Die Gründe unterscheiden sich deutlich. Was den jeweiligen Kunden wichtig ist:
Erreichbarkeit (Supermärkte: 62 Prozent, Discounter: 65) Frische Produkte wie Obst, Gemüse und Fleisch (52, 36) Eigenmarken (48, 55) Sonderangebote (43, 60) Große Auswahl an Lebensmitteln (42, 15) Preise (35, 77)
Beim Preis liegen die Discounter klar vorn. Supermärkte überzeugen mit der größeren Auswahl an Lebensmitteln. Andere Merkmale, mit denen sie sich abzuheben versuchen, spielen eine geringere Rolle. Nur jeweils 29 Prozent geben die Vielzahl an Markenprodukten oder die schöne Einkaufsatmosphäre mit größerem Platzangebot an, lediglich 21 Prozent freundliches Personal.
Die Unterschiede zwischen den Formaten verschwimmen zunehmend. Die Discounter setzen heute stärker auf Ambiente und Markenprodukte. „Die Qualität der Ware ist auch hoch“, sagt Michael Gerling, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts EHI. „Die Supermärkte müssen sich anstrengen und an Erlebniswert drauflegen.“ Sie sollten mit besonderen Angeboten punkten, wie etwa Gastronomie, Veranstaltungen, Bedientheken oder Regionalität.
Ein Unterschied ist bestehen geblieben: Discounter führen deutlich weniger Artikel. Aus Sicht von Carsten Kortum, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn, ist dies nicht zwingend ein Nachteil. Ganz im Gegenteil. „Auswahl ist grundsätzlich gut, zu viel kann aber auch überfordern“, sagt er. „Viele Kunden fühlen sich wohl, wenn es übersichtlicher ist.“ Das erleichtere die Kaufentscheidung.
Die Discounter, zu denen auch Penny und Netto gezählt werden, liegen beim Umsatz vorn. Im Handel mit Produkten des täglichen Bedarfs kamen sie laut YouGov zuletzt auf einen Marktanteil von gut 38 Prozent, die Supermärkte wie Rewe und Edeka auf rund 28,5 Prozent. Der Rest entfiel unter anderem auf SB-Warenhäuser wie Kaufland, Fachhandel und Drogerien.










